Essgeschichten

Pausensnack

Meine kulinarischen Vorlieben sind in meinem Freundeskreis durchaus umstritten. Als Zwischenmahlzeit beim Lernen oder, wie in meinem Fall, beim Schreiben einer Arbeit empfehle ich zurzeit 250 g Magerquark mit einem grossen Teelöffel Konfitüre (vorzugsweise Aprikose), einem Teelöffel Mandelmus und ein paar Umdrehungen aus der Salzmühle.

Das schmeckt (mir) hervorragend, ist leicht und enthält trotzdem gesunde Nährstoffe wie das Protein aus dem Magerquark und die ungesättigten Fettsäuren aus dem Mandelmus. Guten Appetit und frohes Schaffen!

Alltagsgeschichten

Sonntagsfragen

Gestern habe ich gemeinsam mit meiner besten Freundin einen Sonntagsausflug gemacht. Einen gemütlichen Spaziergang rund um den Ägerisee. Zum Mittagessen gab’s einen leckeren Eisbecher und als Dessert zwei Tassen Kaffee. Der Himmel war strahlend blau, die Temperaturen angenehm warm und die Menschen gut gelaunt und freundlich. Perfekt!

Natürlich haben wir immer ganz viel zu diskutieren und der Gesprächsstoff geht unter Freundinnen nie aus. Im Laufe des Tages sind wir auf zwei Rätsel beziehungsweise Fragen gestossen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Frage 1

Wie gelangen Schuhe auf die Autobahn?

Fast auf jeder Autofahrt sieht man auf der Böschung oder neben der Mittelleitplanke Schuhe liegen. Manchmal einzeln, manchmal als Paar. Wie gelangen die dahin? Ich sehe selten bis nie, dass jemand auf der Autobahn die Füsse aus dem Fenster hält.

Frage 2

Wie bittet man einen Freund, Verwandten oder Bekannten, einem dabei behilflich zu sein, jemanden um die Ecke zu bringen?

Dazu muss ich vielleicht erklären, dass ich zwar keinen Mord plane, mich aber sehr für Dokumentationen und Berichterstattungen rund um reale Kriminalfälle interessiere. Gestern haben wir uns über einen Fall unterhalten, bei dem eine Frau erst ihre Affäre und anschliessend auch noch dessen Bruder gebeten hat, ihr bei der Beseitigung ihres Ehemannes zu helfen. Diese haben scheinbar zugestimmt.

Mit welchem Satz beginnt man ein solches Gespräch? Und wie reagiert man auf eine solche Anfrage? Die Situation scheint mir dermassen absurd, dass mir dazu absolut nichts einfällt.

Wisst ihr vielleicht Antworten und welche Fragen stellt ihr euch so an einem schönen Sonntagnachmittag?

 

Alltagsgeschichten

Gefreutes Wiedersehen

Gestern Abend auf der Geburtstagsfeier zweier Freundinnen:

Einige Leute, welche im gleichen Dorf wie ich aufgewachsen sind und mit denen ich jeweils zumindest einen Teil meiner Schulzeit in der gleichen Klasse verbracht habe, sind auch anwesend. Man sieht sich immer mal wiederbauf solchen Feiern. Die einen öfter, andere eher selten.

Auf einen jungen Mann war ich besonders gespannt. Wir waren gemeinsam in der Sekundarschule und hatten uns seit gut neun Jahren nicht gesehen. Um es mal höflich auszudrücken: Besonders eng befreundet waren wir nie. Wir haben beide nicht so wirklich zu „den Coolen“ gehört, jedoch auf komplett andere Art. Ich war eher die Streberin, er der zuweilen etwas unheimliche Horrofilm-Junkie.

Gestern erschien er also etwas verspätet zu besagter Party. Auf meiner rechten Seite sass eine Freundin, welche ebenfalls gemeinsam mit uns die Sekundarschule besucht hatte und rechts von mir eine Primarschulgefährtin. Er begrüsste N. zu meiner Rechten mit einem distanzierten Händeschütteln und A. zu meiner Linken mit einer überschwänglichen Umarmung. Mich würdigte er bis dahin keines Blickes. Nun erschien ich wohl doch auf seinem Radar, er begrüsste mich mit „Hey Moni, lange nicht gesehen“ und umarmte mich ebenfalls. „Dass du mich noch erkennst“, gab ich zurück. „Na klar. Bist schlanker geworden, seit wir uns zum letzten Mal gesehen haben.“

Für einige Sekunden war ich sprachlos ab dieser „Charmeoffensive“. Es blieb dann auch für den Rest des Abends bei dieser Konversation. Freunde würden wir wohl auch jetzt keine werden. Amüsiert hat es mich trotzdem.

Alltagsgeschichten

Blog 2.0

Da ich nicht mehr in Bern wohne und bald auch definitiv nicht mehr dort studiere, schien mir „Monis Bern“ als Titel meines Blogs zunehmend unpassend. Mit dem Bloggen aufhören möchte ich aber auf keinen Fall und auch thematisch wird sich bei „Monis Geschichten“ nicht viel ändern. Hier gibt’s weiterhin Ausschnitte aus meinem Alltag und meiner Gedankenwelt zu lesen. Neu sind die Kategorien Frischgeschichten und Löffelgeschichten dazu gekommen.  Besonders die Frischgeschichten sehe ich als kleine Herausforderung für mich. Ich denke gerne über das Leben nach und vielleicht können wir gemeinsam über die Antworten auf Frischs Fragen diskutieren.

Es würde mich sehr freuen, wenn sich meine Leser aktiv an meinem Blog beteiligen und gerne auch hin und wieder einen Kommentar hinterlassen. Merci, dass ihr auch nach knapp drei Jahren immer noch dabei seid. Das Schreiben macht mir nach wie vor grossen Spass.

Alltagsgeschichten

Selbstüberschätzung?

Nachdem ich bei meiner Radtour am Samstag in Punkto Fitness bereits eine Schlappe einstecken musste (siehe Link), wurde ich heute erneut darauf aufmerksam gemacht, dass ich körperlich wohl doch nicht so gut in Form bin, wie ich es mir einbilde.

„Treiben Sie Sport in irgendeiner Form?“, fragt meine Shiatsu-Therapeutin, während sie meine Unterschenkel massiert.

Ich freue mich, dass sie einen Zuwachs an Muskelmasse seit meinem letzten Termin bei ihr vor vier Monaten feststellen konnte und antworte: „Ja. Ich jogge und hin und wieder bin ich mit dem Rad unterwegs.“

„Das finde ich gut. Etwas Muskelaufbau kommt ihrem Körper bestimmt sehr entgegen.“

Hmpf. So langsam sehe ich es ein.

 

Alltagsgeschichten, Spitalgeschichten, Studiumsgeschichten

Nicht stehen bleiben

Im Moment geht es mir total gut und ich geniesse das Leben in vollen Zügen. Ich schreibe an meiner Bachelorarbeit und das Thema macht mir nach langer Zeit zum ersten Mal wieder richtig Spass. Es fällt mir leichter, meine Gedanken zu ordnen und strukturiert zu arbeiten.

Zum Ausgleich bewege ich mich oft und viel an der frischen Luft. Ich treibe Sport (der Halbmarathon Mitte September ist das Ziel) und gehe lieber einmal mehr zu Fuss, als dass ich die öffentlichen Verkehrsmittel beanspruche. Ausflüge, Kaffeekränzchen und gemütliche Grillabende mit Freunden tragen zusätzlich zu meiner guten Laune und meinem positiven Lebensgefühl bei.

Meine körperliche Situation hat sich nicht verändert. Der Termin für die nächste grosse Operation im Oktober steht. Viele Fragen sind noch offen und ich hoffe, sie in weiteren Gespräch mit den Ärzten klären und dann voller Hoffnung und Zuversicht einen neuen Anlauf zur Verbesserung meiner Gesundheit und Lebensqualität wagen zu können. Was sich verändert hat, sind meine psychische Verfassung und mein Umgang mit der Situation.

Im Frühling dieses Jahres hätte ich manchmal nicht gedacht, dass ich den Weg aus dem dunklen Loch, in dass ich nach der erneut gescheiterten Operation im Februar gefallen war, noch einmal finden würde. Ich war extrem müde. Körperlich, aber vor allem auch psychisch. All meine Bemühungen und Anstrengungen der letzten Jahre erschienen mir sinnlos. Ich sah kein Licht am Horizont, kein Weg, den ich zu gehen bereit war und für den ich noch die Kraft hatte.

Ich musste Hilfe annehmen und mich zur Stabilisierung meiner psychischen Verfassung in professionelle Hände begeben. Ich habe bei meinem Studiengang den Antrag gestellt, den Abgabetermin meiner Bachelorarbeit nach hinten verschieben zu dürfen. Das fiel mir nicht leicht. Ständig hatte ich das Gefühl, dass ich es doch eigentlich hätte schaffen müssen.

Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Es hat mir einiges an Druck weggenommen und mir etwas Luft zum Durchatmen verschafft. So komplett neben der Spur zu sein frisst einen Grossteil der eigenen Energie. Im Alltag noch „normal“ zu funktionieren ist da ab einem gewissen Grad praktisch unmöglich. Ich musste die Grenzen meiner Belastbarkeit erfahren und akzeptieren.

Heute, ein paar Wochen später, geht es mir so viel besser. Ich habe mich wieder gefangen und bin wieder viel näher an der Moni dran, die mit Optimismus und Kampfgeist durchs Leben geht und auch einmal über sich selbst lachen kann.

Es ist nicht immer alles schön und ich mache mir viele Gedanken dazu, was in den nächsten Monaten auf mich zukommt und wie ich damit fertig werde. Im Unterschied zu vorher habe ich aber wieder einen klaren Kopf und damit auch die Fäden in der Hand. Ich bestimme, was ich möchte und was nicht und ich entscheide, wann die Zeit für den nächsten Schritt gekommen ist. Dafür, dass ich dabei von so vielen Seiten unterstützt werde und dass so viele tolle Menschen mich auf meinem Weg begleiten, bin ich unendlich dankbar.

Ich weiss, wie hoffnungslos und verfahren einem das Leben manchmal erscheinen kann und wie mühsam es ist, sich bereits in jungen Jahren mit einer ernsten Erkrankung oder einer Behinderung herumschlagen zu müssen. Es ist okay, einfach mal die Nase voll zu haben und alles hinschmeissen zu wollen. Mir hilft es, wenn ich mir vor Augen halte, dass das Leben nun mal einfach nicht fair ist. Jeder hat sein Päckchen zu tragen: Die einen ein grösseres, die anderen ein kleineres. Egal wie sehr ich mich anstrenge oder bemühe, gewisse Dinge liegen einfach nicht in meiner Hand. Aufwand und Ertrag halten sich nicht immer die Waage.

In den letzten Wochen und Monaten war bei mir viel Chaos. Meine tollen Pläne für meine unmittelbare berufliche Zukunft und die Gestaltung des Sommers sind wie Kartenhäuser in sich zusammengefallen. Ich habe vieles in Frage gestellt, gehadert und gezweifelt. Oft wäre ich beinahe verzweifelt. Doch nach dem Chaos kam auch wieder Ordnung. Ein Weg hat sich aufgetan, ich konnte neue Pläne schmieden. Dass ich gestärkt aus der Sache hervorgegangen bin, wage ich trotzdem zu bezweifeln. Ich habe viele Federn gelassen und bin mit Sicherheit dünnhäutiger als zuvor. Meine Energiereserven sind nicht unbegrenzt. Mit jedem Mal, wo ich hineinfalle, wird es mühsamer, wieder aus dem Loch hervorzukriechen. Mit jedem Mal dauert es länger.

Menschen in einer ähnlichen Situation möchte ich raten, nicht stehen zu bleiben. Es muss nicht immer lösungsorientiert und zielgerichtet sein, was ihr tut. Ihr müsst nach einem Rückschlag nicht sofort wieder auf Knopfdruck funktionieren und so tun, als ob nichts wäre. Seid wütend, frustriert, traurig oder was auch immer ihr wollt. Nehmt Hilfe an, lasst euch an der Hand nehmen. Aber bleibt nicht stehen. Niemals. Ein Schritt zurück oder in die „falsche“ Richtung ist tausendmal besser als Stillstand. Ordnung entsteht nicht aus der Regungslosigkeit, sondern aus dem Chaos.

In diesem Sinne: Bleibt in Bewegung!