Spitalgeschichten

Postoperative Gelüste

Als ich meine anstehende Operation letzten Herbst in meine Agenda eintrug, stand da, dass der 8. Dezember nicht irgendein Tag ist wie jeder andere, sonder der katholische Feiertag Maria Empfängnis. Erst dachte ich ja, es handle sich dabei um den Tag, als Maria jungfräulich Jesus empfing (ja, ich weiss, man ist normalerweise neun Monate schwanger und das haut bis zum 24. Dezember nicht hin, aber bei der Bibel weiss man ja nie).

„Pass auf, dass du dann nicht schwanger bist, wenn du aus der Narkose erwachst“, mahnte mich dann auch prompt eine Freundin und heizte damit meine Befürchtungen an. Wer weiss schon, was die im OP alles mit einem anstellen. Erst später klärte mich eine andere Freundin darüber auf, dass Maria Empfängnis der Tag ist, an dem Marias Mutter Anna schwanger wurde.

Worauf ich eigentlich hinaus will: Schwanger bin ich definitiv nicht, aber mein Appetit verhält sich so. Jahrelang habe ich nie Rivella blau getrunken, dafür könnte ich jetzt davon leben. Eines Tages im Krankenhaus hatte ich plötzlich eine unbändige Lust darauf. Ausserdem steht die wirklich eigenwillige Mischung aus Hüttenkäse und Senf zurzeit hoch im Kurs bei mir. Schmeckt super auf einer Scheibe Vollkornbrot! Dafür hat sich mein Kaffeekonsum in den letzten Wochen um etwa die Hälfte reduziert.

Emotional könnte man auch meinen, meine Hormone würden verrückt spielen, weil mir schon bei banalen Filmszenen oder unendlich oft gehörten Liedtexten die Tränen kommen. Ich hoffe wirklich, dass geht nach den ersten Monaten vorbei.

3 Gedanken zu „Postoperative Gelüste“

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