Spitalgeschichten

Drei Ärzte, sieben Meinungen

Mal ganz abgesehen davon, dass es generell keinen Spass macht, krank oder verletzt zu sein, ist das Amt der Patientin auch ungeheuer fordernd und anstrengend. Man trägt eine grosse Verantwortung. Für sich selbst. Niemand anderes trifft letztendlich die Entscheidungen, was mit dem eigenen Körper gemacht wir und was nicht. Doch woher soll man wissen, was richtig ist?

Man holt sich zunächst Rat bei den Ärzten. Vom Unterassistenten über den Oberarzt bis zum Klinikleiter hat jeder seine eigenen Ansichten und Theorien. Sie alle haben Medizin studiert, sie alle haben mehr oder weniger Berufserfahrung und in mir die exakt gleiche Patientin vor sich. Man fragt drei Ärzte und bekommt sieben Meinungen. Die Medizin ist also definitiv nicht die Wissenschaft der Eindeutigkeiten. Schon klar.

Wenn ich jedes Mal fünf Franken bekommen hätte, wenn ich gestern während einer dreistündigen Untersuchung vom Arzt die Worte „vielleicht“, „Möglichkeit“ oder „Hypothese“ gehört habe, dann wäre ich heute eine reiche Frau. Sehr reich. Wenn also ein erfahrener Oberarzt schon nicht weiss, was richtig ist, woher soll ich es dann wissen?

Es gibt Möglichkeiten, zum Glück. Sie reichen von der täglichen Einnahme eines Medikaments über einen ambulanten Eingriff bis zu einer weiteren grossen Operation.

Natürlich entscheidet man sich zuerst für das kleinste Übel und schmeisst sich die Tablette ein. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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