Alltagsgeschichten

Runterfahren

Für die kommenden Wochen, nach Abgabe der Bachelorarbeit, wünsche ich mir, dass ich entspannen und zur Ruhe kommen kann. Ich möchte bewusst Zeit für mich haben und für Dinge, die mir gut tun. In den Tag hinein leben, geniessen. Kein Druck, keine Verpflichtungen. Um mich zu entschleunigen und zu entstressen, habe ich beschlossen, den Internetempfang meines Handys auszuschalten, wenn ich unterwegs bin. Telefonisch werde ich (in Notfällen) weiterhin problemlos erreichbar sein, aber ich möchte Zugfahrten in den nächsten Wochen nicht mit Whatsapp, Facebook, Instagram und Co. verbringen. Stattdessen kann ich aus dem Fenster schauen, Leute beobachten, meinen Gedanken nachhängen, lesen, schreiben, vor mich hin dösen oder was auch immer. Fernseh und Computer sollen zuhause ebenfalls längere Ruhezeiten haben.

Ich vermisse es, bewusst zu leben, anstatt zu funktionieren und mich ständig abzulenken. Vielleicht komme ich vorübergehend in eine Krise, weil ich plötzlich so viel Zeit habe, um über die bevorstehende Operation nachzudenken. Das wäre zwar nicht schön und mit Sicherheit auch wahnsinnig anstrengend, aber es wäre „normal“ und würde mir bestimmt nicht schaden. Trotz schweren Rückschlägen und einigen bitteren Pillen, die ich in den letzten Jahren schlucken musste, war niemals Zeit für längere Krisen. Immer musste der Alltag irgendwie weiter gehen, das Vollzeitstudium nebenher bewältigt werden. Weitergehen wird es auch jetzt, aber mit viel mehr dürfen und weniger müssen.

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