Studiumsgeschichten

Essen für die Allerkleinsten

Heute habe ich den ganzen Tag in der Milchküche verbracht und Babyfläschchen zubereitet.

„Hä, wofür braucht man da eine separate Küche?“ „Was macht man da den ganzen Tag?“ „Könne die Pflegefachleuten die paar Fläschchen nicht selber machen?“  So oder ähnlich habe ich vor dem heutigen Tag auch gedacht. Am Ende des Tages hatten wir ca. 250 Fläschchen für 57 Babies vorbereitet und abgefüllt.

Fläschchen ist eben auch nicht gleich Fläschchen. Es gibt solche mit Muttermilch (für jedes Baby natürlich nur die abgepumpte Milch der eigenen Mutter, welche wiederum gesammelt und eventuell pasteurisiert und eingefroren werden muss), Anfangsmilch, Folgemilch, allergenfreie Milch, angereicherte Milch, Milchpulver ganz ohne Fett, Milchpulver ohne bestimmte Aminosäuren und so weiter und so weiter.

Fehler sollte man keine machen, den gerade für (kranke) Babies ist es wichtig, dass sie genau das erhalten, was für sie vorgesehen ist, um sie in ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung zu unterstützen. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Nicht irgendein Milchpulver, sondern genau das für sie richtige.

Ich fand es sehr interessant zu sehen, dass die Milch einer einzelnen Mutter nicht immer gleich ist. Ihre Zusammensetzung variiert im Rahmen der Stilldauer und auch innerhalb von 24 Stunden, was man teilweise von blossem Auge erkennen kann. Einmal ist sie milchig hell, einmal eher gelb und dickflüssiger. Wo sonst kann man sowas sehen?

Studiumsgeschichten

Mämäm

In den letzten Wochen haben wir uns im Studium im Rahmen des Moduls „Beratung von spezifischen Bevölkerungsgruppen“ ausführlich mit der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern beschäftigt. Ich hätte nie gedacht, dass das so spannend sein kann.

Muttermilch ist ein wahrer Zaubertrank, der alles enthält, was Baby in den ersten Lebensmonaten braucht. Wer nicht gestillt wurde, kann locker ein paar IQ-Punkte weniger damit begründen.

Ab dem vierten bis sechsten Monat sollten Kleinkinder auch langsam damit beginnen, „feste“ Nahrung zu sich zu nehmen. Säuglinge müssen das Essen lernen und bekommen dazu von ihren Eltern am Anfang meist Brei. Hier bietet sich für die Lebensmittelindustrie ein gigantischer Markt und so ist es nicht verwunderlich, dass man im Detailhandel ganze Regale voll mit Babybrei findet.

Da wir als Ernährungsberaterinnen und -Berater wissen wollen, was wir unseren Klienten empfehlen, haben wir diese Woche verschiedene Breisorten degustiert. Mit den diversen Früchtevariationen könnte man sich unter Umständen noch anfreunden, aber pürierte Dinkelnudeln mit Lachs, ungesalzen versteht sich, schmecken echt eckelhaft (und es sieht auch so aus). Arme Babys. Auch die Vorstellung, dass das Zeug teilweise über ein Jahr lang ungekühlt haltbar ist macht es nicht gerade besser. Wir waren nach der Verkostungsrunde jedenfalls geschlossen der Meinung, dass wir unseren Kindern später nur selbstgemachte Breie anbieten wollen.