ERB-Geschichten

Ungesehene Reste

Ich hatte heute einen fast komplett blinden Klienten in Begleitung seiner Ehefrau in der Ernährungsberatung. Er wurde vom Hausarzt wegen Übergewicht und einem neu diagnostizierten Diabetes mellitus Typ II überwiesen. Im Lauf der Beratung stellte sich rasch heraus, dass sein Hauptlaster sogenannte Stärkebeilagen sind: Reis, Polenta, Bulgur, Quinoa und ganz besonders Teigwaren.

Der Mann erzählt mir, dass er jeweils abends zwei grosse Teller Pasta schöpfe und da er zu der Generation gehört, die als Kind noch gelernt hat, dass man immer alles aufessen muss, nehme er halt manchmal dann auch noch die Reste. Seine Ehefrau, die sehr bemüht ist, ihm beim Gewichtsmanagement zu unterstützen, grinst: „Der Vorteil daran, dass er nicht sehen kann, ist, dass ich ihm problemlos erzählen kann, die Pfanne sei leer, obwohl noch Reste übrig sind.“ Ich bin erst etwas baff ab dieser Aussage, doch ich merke rasch, dass auch mein Klient herzlich darüber lachen kann und amüsiere mich mit den beiden. Sich selbst und sein Schicksal nicht immer so ernst zu nehmen, ist und bleibt eben eine hervorragende Ressource für unbeschwerte Momente. Bei ihm besteht zumindest nicht die Gefahr, dass die Augen grösser sind als der Hunger.

Alltagsgeschichten

Leben streifen

Nun arbeite ich schon seit fast sechs Wochen als Ernährungsberaterin i.A. in einem Schweizer Akutspital. Was soll ich sagen? Es ist toll! Die Zeit vergeht wie im Flug, ich lerne jeden Tag dazu und beginne Stück für Stück, mich in meiner Rolle als ernährungstherapeutische Fachperson wohl und zuhause zu fühlen.

Dabei berührt es mich immer wieder, wie nahe ich den Menschen komme, wenn ich mit ihnen über das Essen spreche. Sie erzählen mir aus ihrem Leben, lassen mich teilhaben an ihren Ängsten und Sorgen und vertrauen mir das eine oder andere Laster an. Ich streife Leben, Schicksale, jeden Tag. Die einen lassen mich näher an sich heran, die anderen halten mich auf Distanz. Beides ist okay.

Wenn ich ein Patientenzimmer betrete oder eine Klientin aus dem Wartezimmer abhole, weiss ich nie, wer oder was mich erwartet. Es gehört zu meinem Beruf, in sekundenschnelle die verbalen und insbesondere auch die nonverbalen Signale meines Gegenübers aufzunehmen und mich auf dessen individuelle Persönlichkeit einzulassen. Das ist zuweilen sehr anstrengend, aber wenn man nach einigen Minuten Gespräch von einer zunächst ablehnenden und verschlossenen Patientin ein aufrichtiges Lächeln bekommt, war es die Mühe mehr als wert. Diese Moment sind es unter anderem, die meine Arbeit so wundervoll machen.

Essgeschichten

Was Essen, wenn der Magen zickt?

Vorweg soll gesagt sein, dass ich die folgenden Ernährungstipps nicht primär als angehende Ernährungsberaterin ausspreche. Sie sind nicht evidenzbasiert und basieren rein auf meiner persönlichen Erfahrung.

Seit ein paar Tagen fühle ich mich nicht so hunderprozentig fit. Zwar bin ich nicht wirklich krank, aber so ganz gesund eben auch nicht. Neben extremer Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen zickt auch mein Magen rum und mir ist oft übel. Ob ich mir etwas eingefangen habe oder ob’s an der Nervosität wegen der Prüfung am kommenden Freitag liegt…man weiss es nicht.

Jedenfalls habe ich nicht so richtig Appetit und mein Magen gibt mir klar zu verstehen, was er aktuell toleriert und was nicht. Da ich lernen sollte und noch dazu in knapp drei Wochen einen Halbmarathon absolvieren will, ist es also dennoch wichtig, dass ich nicht ganz aufs Essen verzichte.

Mein Magen und ich haben uns auf folgende Lebensmittel geeinigt:

  • Coca Cola mit Orangensaft gemischt (Einigen wird jetzt bestimmt übel, wenn sie das Lesen, aber das haben wir als Kind schon immer von unserer Mutter bekommen, wenn wir krank waren und ich liiiiiebe es. Ausnahmsweise gibt’s sogar die „echte“ Cola, es geht ja schliesslich auch um die Energie.)
  • Tee (Langweilig, aber es hilft. Man kann ihn auch mit dem Cola-O-Saft-Gemisch etwas spannender machen.)
  • Bouillon (Auch langweilig, hilft aber ebenfalls. Hier würde ich von der Mischung mit Cola und O-Saft eher abraten. Wobei…)
  • Salzstangen, Zwieback, Reiswaffeln (Die Klassiker bei Verstimmungen des Magen-Darm-Trakts.)
  • Reis und Teigwaren nature
  • Kekse mit möglichst wenig Fett (Basler Läckerli, Willisauer Ringli etc.)
  • Wenig Obst

Im Prinzip ernähre ich mich zurzeit also fast ausschliesslich von Kohlenhydraten und zwar nicht von den komplexen (Vollkornprodukte) sondern von den einfachen (Weissmehlprodukte, Haushaltszucker). Diese sind für den Körper am leichtesten verdaulich und liefern vor allem Energie. Gesalzene Lebensmittel sowie Cola liefern zusätzlich noch Elektrolyte und gleichen einen möglichen Verlust durch Durchfall oder Erbrechen aus.

Mit einer ausgewogenen Ernährung hat das wenig zu tun, aber darum geht es in Krankheitsphasen oft nicht. Der Körper (und die Seele) hat dann besondere Bedürfnisse, die unbedingt berücksichtig werden sollten. Sei es bei etwas harmlosem wie meiner Magenverstimmung oder bei einer schwerwiegenden Erkrankung. Über längere Zeit sollten der Makro- und Mikronährstoffbedarf natürlich abgedeckt sein, aber kurzfristig kann man die Lebensmittelpyramide auch mal ausser Acht lassen. Wichtig ist, dass man den Körper mit der zugeführten Nahrung nicht überfordert, sondern durch eine angepasste Ernährung nach Möglichkeit das Wohlbefinden steigert.

PS: Wer mich kennt (oder diesen Blog regelmässig verfolgt) weiss, dass ich normalerweise ohne Kaffee und Magerquark in rauen Mengen nicht leben kann. Es ist für mich also ziemlich ungewohnt, dass mir auch ausgerechnet darauf komplett der Appetit vergangen ist. Die Erkenntnis daraus ist allerdings, dass ich tatsächlich auch mit viel weniger Koffein existieren kann. Zum Glück gibt’s Cola!

 

Essgeschichten

Monis Abendessen

Während andere bei Social Media perfekt angerichtete Superfood Gerichte präsentieren, die vor lauter verjüngenden und gesund haltenden Nährstoffen nur so strotzen, habe ich mir gedacht, ich lasse euch mal an meinem TV-Abendessen von gestern Abend teilhaben. Für mehr Realität und so. Was ihr dazu wissen müsst:

  1. Ich bin nicht schwanger.
  2. Ich war total k.o.

Es gab Milchkaffee, Reiswaffeln, Vollkorncracker, weisse Schokolade mit Pistazien, weisse Schokolade mit Himbeeren, Milchschokolade mit Smarties und Käse. Die Schokolade war übrigens von Läderach. So viel Niveau muss sein!

Passenderweise habe ich zu diesem fürstlichen Abendessen mal wieder meine geliebten Gilmore Girls geschaut. Im Vergleich zu deren Essgewohnheiten bin ich eine blutige Junk-Food-Anfängerin.

Essgeschichten

Pausensnack

Meine kulinarischen Vorlieben sind in meinem Freundeskreis durchaus umstritten. Als Zwischenmahlzeit beim Lernen oder, wie in meinem Fall, beim Schreiben einer Arbeit empfehle ich zurzeit 250 g Magerquark mit einem grossen Teelöffel Konfitüre (vorzugsweise Aprikose), einem Teelöffel Mandelmus und ein paar Umdrehungen aus der Salzmühle.

Das schmeckt (mir) hervorragend, ist leicht und enthält trotzdem gesunde Nährstoffe wie das Protein aus dem Magerquark und die ungesättigten Fettsäuren aus dem Mandelmus. Guten Appetit und frohes Schaffen!

Alltagsgeschichten, Bern, Essgeschichten, Studiumsgeschichten

Wonder Waffel

Nachdem ich am Morgen für die Managementprüfung nächste Woche gelernt und Maskottchen für die mündliche Prüfung einer Mitstudentin gespielt hatte, habe ich es mir am Mittag gemeinsam mit einer anderen Mitstudentin so richtig gut gehen lassen. Wir waren bei Wonder Waffel direkt beim Hauptbahnhof in Bern und haben uns ein süsses Mittagessen gegönnt. Yummy!

Man kann sich seine Lieblingswaffel individuell zusammenstellen und jeder Teller wird liebevoll mit dem eigenen Namen beschriftet. Zu der super leckeren Waffel gabs für mich Apfelmus, verschiedene frische Früchte, Kokosraspeln, Schokostreusel und eine Kugel Joghurteis.

20170706_125330

Mit dieser süssen Versuchung im Magen fiel das Lernen am Nachmittag allerdings doppelt schwer. Ein Power-Nap musste sein, da half noch nicht einmal mehr Kaffee.

20170706_103537

Bern, Essgeschichten

Znacht in der Crêperie

Nach einem mehr oder weniger arbeitsreichen Tag war ich gestern Abend mit zwei Freundinnen zum Essen in der Crêperie Le Carrousel in Bern. Der Name ist Programm, denn über der Bar befindet sich tatsächlich ein kleine Karussell. Überhaupt passt das Lokal mit seinem alternativ angehauchten Retro-Charme hervorragend in das Berner Studentenquartier Länggasse. Die Hintergrundmusik entführt einen in die wohlige Atmosphäre einer Hotellounge und die Bedienung ist ausnehmend freundlich und sehr aufmerksam.

Für mich gab es einen grossen Salat und eine Galette mit Blauschimmelkäse und Birnen. Yummy!