Alltagsgeschichten, Essgeschichten

Racletteabend mit Freunden

Mein Silvester war keine rauschende Party, dafür ein gemütlicher Abend mit Freunden. Ganz nach meinem Geschmack. Weil es so einfach vorzubereiten ist und man nicht den ganzen Abend in der Küche stehen muss, anstatt sich mit seinen Gästen zu unterhalten, habe ich mich für ein Raclette entschieden. Käse, Kartoffeln und ein Bisschen was dazu – fertig ist der Festschmaus!

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Raclette muss auch überhaupt nicht ungesund sein. Na klar, wenn man nur kiloweise Käse und Kartoffeln in sich reinstopft summieren sich die Kalorien, aber man kann das traditionelle Schweizer Gericht wunderbar mit Salaten, Gemüse und frischen Früchten kombinieren und es dadurch um ein Vielfaches leichter machen und in eine ausgewogene Mahlzeit verwandeln. Die klassischen Beilagen wie saure Gurken, Silberzwiebeln und eingelegte Maiskolben sind ohnehin sehr kalorienarm.

Die ernährungsbezogenen guten Vorsätze haben wir trotzdem kurz nach Mitternacht mit einer grossen Portion Tiramisu und Schokokuchen über Bord geworfen. Das neue Jahr hat schliesslich noch weitere 364 Tage.

Essgeschichten, Wohngeschichten

Convenience im Personalhaus

Ich bin ganz ehrlich: Auch wenn mir eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig ist, hält sich meine Motivation, für mich alleine zu kochen, oft ziemlich in Grenzen. Ich verstehe jeden, der abends nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht noch eine Stunde in der Küche stehen und sich ein Mehrkomponentenmenue zaubern will.

Obwohl ich mich aktuell hier im Personalhaus recht wohl fühle, koche ich höchst ungern in einer mir fremden Küche, welche noch dazu zweckmässig aber doch recht spärlich eingerichtet ist. Man könnte das als faule Ausrede abtun, es ist aber einfach so.

Wichtig ist, dass die Alternative zu einem „richtigen“ Menue mit Gemüse, Eiweisskomponente und Stärkebeilage nicht immer eine Fertigpizza oder eine Mikrowellenlasagne sein muss.

Während meines letzten Praktikums mit Aufenthalt im Personalhaus habe ich für mich herausgefunden, dass es mir am Leichtesten fällt, jeweils am Sonntag zuhause ein Eintopfgericht für mindestens drei Tage oder gar eine ganze Arbeitswoche vorzukochen, damit ich es jeweils in einem Tupperware mitnehmen und in der Mittagspause in der Mikrowelle aufwärmen kann. So habe ich einmal am Tag eine ausgewogene, warme Mahlzeit. Weil bei mir als Vegetarierin oft das Eiweiss eher zu kurz kommen würde, nehme ich mir dazu jeweils noch eine Portion Hüttenkäse oder Magerquark mit.

Abend esse ich dafür meist kalt. Beispielsweise eine grosse Portion Salat, ein Brötchen und dazu etwas Käse. Im Herbst, wenn es draussen kälter wird, nehme ich auch gerne eine Tasse (Tüten-)Suppe dazu. Der bereits gewaschene und gerüstete Salat sowie die Tütensuppe fallen klar in die Kategorie Convenience Food und über den ernährungsphysiologischen Wert der Suppe liesse sich bestimmt streiten, aber alles in allem ist eine solche Mahlzeit doch ausgewogen und versorgt mich mit allem, was ich brauche, ohne dass ich dabei eine Unmenge an versteckten Fetten oder Zucker aufnehme.

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Abendessen für Faule: Wenn ich das Tupperware vom Mittag kurz ausspüle und den Deckel noch gleich als Teller nutze, muss ich nicht zweimal abwaschen. Den Gemüsesalat sowie die rote Beete habe ich bereits fertig gerüstet und geschnitten gekauft, sodass ich nur noch eine Sauce hinzufügen musste. Weil ich immer kurz vor Ladenschluss einkaufen gehe, bekomme ich diese Produkte oft zum halben Preis. Einfach und günstig!

 

Eine gesunde Ernährung soll vielfältig sein und aus möglichst vielen frischen, unverarbeiteten Produkten bestehen, doch sie muss eben auch praktisch und gut in den Alltag integrierbar sein. Es geht nicht darum, immer alles perfekt zu machen, sondern darum, eine gute Balance zu finden.

Essgeschichten

Leben mit Nahrungsmittelallergie

Eine meiner Freundinnen hat schwere Allergien auf zahlreiche Lebensmittel, darunter beispielsweise auch Kräuter und Gewürze. Wenn sie davon isst, und sei es auch nur in geringen Mengen, bekommt sie nicht einfach nur einen Ausschlag oder eine triefende Nase, sondern einen potentiell lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock mit Atemnot und allem, was dazu gehört.

Mir war zwar bewusst, dass sie dadurch in ihrer Lebensmittelauswahl stark eingeschränkt ist und immer genau auf die Verpackungen achten muss, aber bisher habe ich sie immer nur daheim erlebt, wo sie selber kochen konnte. Im Studium haben wir uns natürlich auch schon ausführlich mit Allergien beschäftigt, aber in der Theorie hört sich eben meist alles viel einfacher an, als es in der Praxis umzusetzen ist.

In unseren gemeinsamen Ferien ist mir darum erst so richtig bewusst geworden, was es für sie bedeutend, beim Essen so wenig flexibel zu sein und wie einschneidend Nahrungsmittelallergien für die Lebensqualität sind.

Während wir zwei anderen im Restaurant nach Lust und Laune bestellen konnten, musste sie zunächst bei der Bedienung nachfragen, ob es für die Küche überhaupt möglich ist, für sie ein allergenfreies Menue zu kochen. Ihr Wunsch: Geschälte Kartoffeln in Salzwasser gekocht und Fisch in etwas Olivenöl gebraten. Ausser Salz keine Gewürze, keine Sauce und auch keine Dekoration auf dem Teller. Die Bedienung klärte das mit der Küche ab und am ersten Abend hat es sehr gut geklappt.

Beim nächsten Restaurantbesuch äusserte sie den selben Wunsch und bekam von der Bedienung zugesichert, dies wäre für die Küche kein Problem. Der Teller kam, dekoriert mit Kräutern und umrahmt von einer Ölzubereitung mit Gewürzen. Sie musste ihn zurückgeben, mit der eindringlichen Bitte, die Speisen nicht einfach auf einen neuen Teller zu lesen. Offensichtlich wurde das dann doch gemacht. Am Fisch und an den Kartoffeln klebte noch kleine Reste von abgewaschenen Kräutern und es war für sie eine grosse Herausforderung, überhaupt etwas zu essen. Man sag ihr regelrecht an, wie viel Überwindung es sie gekostet hat, den Teller nicht unberührt zurückgehen zu lassen. Sie hatte Angst vor einer möglichen negativen Reaktion ihres Körpers. In einem fremden Land und in der Öffentlichkeit einen allergischen Schock zu erleiden ist bestimmt nicht das, was man sich um Urlaub wünscht. Zum Glück ist nichts passiert.

Nie vergessen werde ich ihren glücklichen Gesichtsausdruck an unserem letzten gemeinsamen Abend in Frankreich. Wir sassen zu dritt in einem tollen Restaurant, haben uns hervorragend unterhalten, viel gelacht und sie bekam, wie bestellt, in Olivenöl gebratenen Lachs und Salzkartoffeln. So simpel und trotzdem war es in diesem Moment für sie wohl das Beste, was ihr der Koch überhaupt hätte schenken können: Einen entspannten Abend mit Freundinnen. Ein tolles Beispiel dafür, dass Essen eben nicht nur simple Nahrungsaufnahme, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Soziallebens eines Menschen ist.

An dieser Stelle möchte ich mich dafür aussprechen, dass Menschen mit (schweren) Lebensmittelallergien ernst genommen werden und dass man ihnen auch ehrlich sagt, wenn man als Gastgeber nicht in der Lage ist, ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen. Ich bin sicher, dass ist den Betroffenen tausendmal lieber, als wenn sie das Gefühl haben, man nimmt sie nicht für voll und bringt sie dadurch in Gefahr.

Heute ist es schon fast in Mode, irgendeine Nahrungsmittelintoleranz oder „Allergie“ zu haben. Einige Menschen leiden wirklich darunter, doch die meisten von uns können bedenkenlos alles essen, was in unseren Lebensmittelgeschäften zu finden ist. Während eine Intoleranz zu durchaus unangenehmen (Verdauungs-)Beschwerden führt, ist eine Allergie eine Überreaktion des Immunsystems und kann Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. Je nach Stärke der Allergie können bereits Spuren bestimmter Lebensmittel zu lebensbedrohlichen Immunreaktionen führen. Was ich sagen möchte, ist, dass dieser Trend zu „Nahrungsmittelintoleranzen“ und extrem individualisierten Ernährungsweisen dazu führen kann, dass die richtigen Allergiker weniger ernst genommen werden und dadurch auf Widerstände im Alltag stossen, die ihnen das Leben erschweren. Das ist unfair und muss nicht sein.

Studiumsgeschichten

Knacknüsse

Ich gehöre zu den Menschen, die es am Liebsten immer allen recht machen würden. Wenn sich jemand mir gegenüber ablehnend verhält oder ich das Gefühl habe, dass mich mein Gegenüber nicht mag, verunsichert mich das extrem.

Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht alle Patienten Freudensprünge machen, wenn sie im Krankenhaus liegen und die Ernährungsberatung kommt. Meist liegt das gar nicht an der Ernährungsberatung an sich, sondern an der Gesamtsituation. Sie haben Schmerzen, wurden mit einer schlimmen Diagnose konfrontiert oder sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Da wäre wohl niemand in Hochstimmung.

Neben fachlicher und methodischer Kompetenz muss ich in meiner (praktischen) Ausbildung zur Ernährungsberaterin vor allem noch lernen, nicht alles persönlich zu nehmen. In der Regel haben die Patienten nichts gegen mich persönlich, sondern höchstens gegen meine Profession, wenn sie sich mir gegenüber von Anfang an ablehnend oder gar ungehalten verhalten. Es ist ihr gutes Recht, meine professionelle Unterstützung abzulehnen. Helfen würde ich trotzdem gerne.

Gerade bei einem Krankenhausaufenthalt in einer Akutsituation kann jeder Tag anders sein. Die Patientinnen und Patienten befinden sich weit ausserhalb ihrer „Wohlfühlzone“ und manchmal dauert es eine Weile, bis sie sich in der fremden Umgebung einigermassen zurecht finden und sich aufgehoben fühlen.

In meinem aktuellen Praktikum habe ich es bereits zweimal erlebt, dass Patientinnen, die beim Erstkontakt ziemlich forsch und ablehnend waren, schon beim zweiten Gespräch Vertrauen gefasst und sich auf die Ernährungstherapie eingelassen haben. Diese Momente sind für mich besonders bereichernd und haben mir eindrücklich vor Augen geführt, dass es sich oft lohnt, dran zu bleiben und einem Menschen eine zweite Chance zu geben.

Entscheidend ist dabei auch die Einstellung, mit der ich nach einem „misslungenen“ Erstkontakt beim zweiten Gespräch auf die Patienten zugehe: So neutral wie möglich und mit der gleichen Motivation wie beim ersten Mal. Leicht fällt mir das nicht, aber ich arbeite daran.

Essgeschichten, Rezepte

Apfel-Fenchel-Salat to go

Aus meiner Unlust am Sonntagabend für den Montag vorzukochen, ist ein einfaches und vor allem sehr schnelles Rezept entstanden:

Zutaten

  • 1 Fenchel
  • 1 Apfel
  • Salatkäse/Feta
  • Senf, Balsamico Essig und Rapsöl für die Salatsauce
  • Salz, Pfeffer

 

Zubereitung

  1. Fenchel waschen und in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Apfel  und Käse dazu schneiden.
  3. Wenig Senf sowie Rapsöl und Essig hinzufügen.
  4. MitSalz und Pfeffer würzen.
  5. Alles mischen.

Fertig!

Bern, Essgeschichten, Wohngeschichten

Toi et moi in Bern

Da ich die letzten knapp drei Monate fast ausschliesslich in Zürich – wo es zweifellos auch sehr schön ist – gelebt habe, wollte ich ein paar meiner letzten Ferientage in Bern verbringen. Meine gemütliche Einzimmerwohnung hat mir echt gefehlt und die Stadt – ach ich fühl mich da einfach zuhause!

Am Dienstag hat mich meine Mutter begleitet und wir gingen gemeinsam im „Toi et moi“ direkt beim Hauptbahnhof essen. Von aussen wirkt das Restaurant ziemlich unspektakulär (es ist mir gar nie richtig aufgefallen, obwohl ich bestimmt schon mindestens hundertmal daran vorbeigegangen bin) aber drinnen war einiges los. Die Einrichtung ist sehr gemütlich mit bunten Sofas und Sesseln.

Die Speisekarte ist übersichtlich, aber meiner Meinung nach ist für jeden Geschmack etwas dabei. Kaum hat man das Essen bestellt, wird auch schon die Vorspeise serviert. Wir haben Wolfsbarschfilet auf Randen-Zimt-Püree mit Kurkumasauce gekostet.

Ich würde sagen, hingehen lohnt sich, aber man sollte unbedingt vorher reservieren.

 

Studiumsgeschichten

Tabuzonen für’s Essen

Gemäss unserem Dozenten sollte man an folgenden Orten nicht essen:

  • Wohnzimmer
  • Arbeitszimmer
  • Schlafzimmer

Da bleiben für mich in der Einzimmerwohnung nur noch der Balkon oder das Bad. Naja…