Alltagsgeschichten, Spitalgeschichten, Studiumsgeschichten

Nicht stehen bleiben

Im Moment geht es mir total gut und ich geniesse das Leben in vollen Zügen. Ich schreibe an meiner Bachelorarbeit und das Thema macht mir nach langer Zeit zum ersten Mal wieder richtig Spass. Es fällt mir leichter, meine Gedanken zu ordnen und strukturiert zu arbeiten.

Zum Ausgleich bewege ich mich oft und viel an der frischen Luft. Ich treibe Sport (der Halbmarathon Mitte September ist das Ziel) und gehe lieber einmal mehr zu Fuss, als dass ich die öffentlichen Verkehrsmittel beanspruche. Ausflüge, Kaffeekränzchen und gemütliche Grillabende mit Freunden tragen zusätzlich zu meiner guten Laune und meinem positiven Lebensgefühl bei.

Meine körperliche Situation hat sich nicht verändert. Der Termin für die nächste grosse Operation im Oktober steht. Viele Fragen sind noch offen und ich hoffe, sie in weiteren Gespräch mit den Ärzten klären und dann voller Hoffnung und Zuversicht einen neuen Anlauf zur Verbesserung meiner Gesundheit und Lebensqualität wagen zu können. Was sich verändert hat, sind meine psychische Verfassung und mein Umgang mit der Situation.

Im Frühling dieses Jahres hätte ich manchmal nicht gedacht, dass ich den Weg aus dem dunklen Loch, in dass ich nach der erneut gescheiterten Operation im Februar gefallen war, noch einmal finden würde. Ich war extrem müde. Körperlich, aber vor allem auch psychisch. All meine Bemühungen und Anstrengungen der letzten Jahre erschienen mir sinnlos. Ich sah kein Licht am Horizont, kein Weg, den ich zu gehen bereit war und für den ich noch die Kraft hatte.

Ich musste Hilfe annehmen und mich zur Stabilisierung meiner psychischen Verfassung in professionelle Hände begeben. Ich habe bei meinem Studiengang den Antrag gestellt, den Abgabetermin meiner Bachelorarbeit nach hinten verschieben zu dürfen. Das fiel mir nicht leicht. Ständig hatte ich das Gefühl, dass ich es doch eigentlich hätte schaffen müssen.

Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Es hat mir einiges an Druck weggenommen und mir etwas Luft zum Durchatmen verschafft. So komplett neben der Spur zu sein frisst einen Grossteil der eigenen Energie. Im Alltag noch „normal“ zu funktionieren ist da ab einem gewissen Grad praktisch unmöglich. Ich musste die Grenzen meiner Belastbarkeit erfahren und akzeptieren.

Heute, ein paar Wochen später, geht es mir so viel besser. Ich habe mich wieder gefangen und bin wieder viel näher an der Moni dran, die mit Optimismus und Kampfgeist durchs Leben geht und auch einmal über sich selbst lachen kann.

Es ist nicht immer alles schön und ich mache mir viele Gedanken dazu, was in den nächsten Monaten auf mich zukommt und wie ich damit fertig werde. Im Unterschied zu vorher habe ich aber wieder einen klaren Kopf und damit auch die Fäden in der Hand. Ich bestimme, was ich möchte und was nicht und ich entscheide, wann die Zeit für den nächsten Schritt gekommen ist. Dafür, dass ich dabei von so vielen Seiten unterstützt werde und dass so viele tolle Menschen mich auf meinem Weg begleiten, bin ich unendlich dankbar.

Ich weiss, wie hoffnungslos und verfahren einem das Leben manchmal erscheinen kann und wie mühsam es ist, sich bereits in jungen Jahren mit einer ernsten Erkrankung oder einer Behinderung herumschlagen zu müssen. Es ist okay, einfach mal die Nase voll zu haben und alles hinschmeissen zu wollen. Mir hilft es, wenn ich mir vor Augen halte, dass das Leben nun mal einfach nicht fair ist. Jeder hat sein Päckchen zu tragen: Die einen ein grösseres, die anderen ein kleineres. Egal wie sehr ich mich anstrenge oder bemühe, gewisse Dinge liegen einfach nicht in meiner Hand. Aufwand und Ertrag halten sich nicht immer die Waage.

In den letzten Wochen und Monaten war bei mir viel Chaos. Meine tollen Pläne für meine unmittelbare berufliche Zukunft und die Gestaltung des Sommers sind wie Kartenhäuser in sich zusammengefallen. Ich habe vieles in Frage gestellt, gehadert und gezweifelt. Oft wäre ich beinahe verzweifelt. Doch nach dem Chaos kam auch wieder Ordnung. Ein Weg hat sich aufgetan, ich konnte neue Pläne schmieden. Dass ich gestärkt aus der Sache hervorgegangen bin, wage ich trotzdem zu bezweifeln. Ich habe viele Federn gelassen und bin mit Sicherheit dünnhäutiger als zuvor. Meine Energiereserven sind nicht unbegrenzt. Mit jedem Mal, wo ich hineinfalle, wird es mühsamer, wieder aus dem Loch hervorzukriechen. Mit jedem Mal dauert es länger.

Menschen in einer ähnlichen Situation möchte ich raten, nicht stehen zu bleiben. Es muss nicht immer lösungsorientiert und zielgerichtet sein, was ihr tut. Ihr müsst nach einem Rückschlag nicht sofort wieder auf Knopfdruck funktionieren und so tun, als ob nichts wäre. Seid wütend, frustriert, traurig oder was auch immer ihr wollt. Nehmt Hilfe an, lasst euch an der Hand nehmen. Aber bleibt nicht stehen. Niemals. Ein Schritt zurück oder in die „falsche“ Richtung ist tausendmal besser als Stillstand. Ordnung entsteht nicht aus der Regungslosigkeit, sondern aus dem Chaos.

In diesem Sinne: Bleibt in Bewegung!

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Alltagsgeschichten, Essgeschichten

Racletteabend mit Freunden

Mein Silvester war keine rauschende Party, dafür ein gemütlicher Abend mit Freunden. Ganz nach meinem Geschmack. Weil es so einfach vorzubereiten ist und man nicht den ganzen Abend in der Küche stehen muss, anstatt sich mit seinen Gästen zu unterhalten, habe ich mich für ein Raclette entschieden. Käse, Kartoffeln und ein Bisschen was dazu – fertig ist der Festschmaus!

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Raclette muss auch überhaupt nicht ungesund sein. Na klar, wenn man nur kiloweise Käse und Kartoffeln in sich reinstopft summieren sich die Kalorien, aber man kann das traditionelle Schweizer Gericht wunderbar mit Salaten, Gemüse und frischen Früchten kombinieren und es dadurch um ein Vielfaches leichter machen und in eine ausgewogene Mahlzeit verwandeln. Die klassischen Beilagen wie saure Gurken, Silberzwiebeln und eingelegte Maiskolben sind ohnehin sehr kalorienarm.

Die ernährungsbezogenen guten Vorsätze haben wir trotzdem kurz nach Mitternacht mit einer grossen Portion Tiramisu und Schokokuchen über Bord geworfen. Das neue Jahr hat schliesslich noch weitere 364 Tage.

Alltagsgeschichten

Halbmarathon zum Zweiten

Schon seit ich vor knapp zwei Jahren meinen ersten Halbmarathon gelaufen bin, war für mich klar, dass ich dieses Erlebnis unbedingt wiederholen möchte. Nachdem es letztes Jahr wegen einer grossen Operation im Sommer nicht geklappt hat, hatte ich es mir für dieses Jahr ganz fest vorgenommen.

Bis vor ein paar Wochen habe ich geglaubt, dass auch dieses Jahr nichts aus dem Halbmarathon werden würde, weil ich einfach zu wenig trainiert hatte. In unregelmässigen Abständen Strecken zwischen 10 und 15 Kilometern zu laufen ist das Eine, da nochmal sechs Kilometer drauf zu setzen etwas anderes.

Eines schönen Nachmittags im August, als ich eigentlich hätte lernen sollen, habe ich mir dann schliesslich spontan meine Laufsachen angezogen und bin einfach mal losgelaufen. Und siehe da, ich habe die 20 Kilometer geschafft! Da war die Anmeldung beschlossene Sache.

Meine beste Freundin hat sich kurzfristig entschlossen, dass Abenteuer mit mir zu wagen und so standen wir gestern um 9.15 Uhr morgens am Start des Hallwilerseelaufs. Die Strecke war uns beiden unbekannt, wir wussten nur, dass sie einmal komplett rund um den See führen würde.

Petrus meinte es nicht gerade gut mit uns. Nieselregen und kräftige Schauer wechselten sich ab, dazwischen gab es aber auch immer wieder trockene Abschnitte. Die Laufstrecke führte direkt am See entlang, durch Naturschutzgebiete und eine idyllische Herbstlandschaft.

Was ich an Volksläufen so toll finde, ist die angenehme und entspannte Atmosphäre, die unter den Läuferinnen und Läufern herrscht. Auf der Strecke bleibt immer mal wieder genügend Zeit und Atmen, um im Vorbeilaufen ein paar Worte zu wechseln und sich gegenseitig anzuspornen.

Etwa ab Kilometer 16 hatte ich wirklich zu kämpfen und als ein Schild die letzten 500 Meter ankündigte, schien mir das Ziel, obwohl in Sichtweite, noch unglaublich weit entfernt.

Meine beste Freundin, welche ein paar Meter vor mir lief, hat sich umgedreht, auf mich gewartet, mich an der Hand genommen und wir sind gemeinsam durchs Ziel gelaufen. Ein sehr emotionaler Moment für mich!

Der Moment hat mich auch deshalb so berührt, weil ich weiss, dass sie mich auch immer dann an der Hand nimmt, wenn mir im Marathon des Lebens die Puste auszugehen droht. Wenn die eine nicht mehr kann, dann zieht die andere sie mit.

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Nach einer Verschnaufpause und einer heissen Bouillon von der Lungenliga ist auch das Lächeln wieder zurückgekehrt.

 

 

Alltagsgeschichten

Simply perfect

Es gibt diese Moment – Sekunden, Minuten, Stunden, Tage – in denen ist einfach alles perfekt und um nichts in der Welt dürfte irgendetwas anders sein! Loslassen, sich frei und unbeschwert fühlen – das ist es, was Glück in meinen Augen ausmacht.

Wieder Kind sein, die Ernsthaftigkeit ablegen. Lachen, umarmen, Freude zeigen.

Ich hatte heute einen solchen Tag. Ein Brunch mit Freunden, alle gut gelaunt, unkompliziert, gemütlich. Mehr braucht es nicht. Ganz einfach. So wertvoll.

Alltagsgeschichten

Kühlschrank des Grauens

Auf Wunsch der zwei beteiligten Freundinnen…

Vor nicht allzu langer Zeit:

Ein gemütlicher Abend bei einer Freundin: Sie hat eine leckere Gemüselasagne gekocht und wir unterhalten uns bestens. Draussen ist es dunkel, wir sind alleine in der geräumigen Wohnung. Auf einmal, mitten im Gespräch: „Tock, tock, tock!“ Obwohl vorgewarnt, schreie ich erschrocken auf. Horror!

Heute Morgen:

Ein gemütlicher Sonntagsbrunch zu dritt bei selbiger Freundin: Sie hat ein leckeres Frühstücksbuffet gezaubert und wir unterhalten uns bestens. Draussen ist es hell, der Himmel ist jedoch grau bedeckt und wir sind alleine in der geräumigen Wohnung. Auf einmal, mitten im Gespräch: „Tock, tock, tock!“ Obwohl ich es vom letzten Mal noch hätte wissen müssen, drehe ich mich zum Fenster um, sehe nichts und kriege Herzrasen. Horror!

Die Ursache des Spuks ist nicht etwa ein gefangen gehaltenes Geschwisterkind oder Haustier sondern…der Kühlschrank. Das Ding steht kurz davor, den Geist aufzugeben und aus einem unerfindlichen Grund wehrt er sich mit unregelmässigem Klopfen dagegen. Das Geräusch ist nicht irgendwie diffus, sondern entspricht exakt dem bekannten Geräusch, wenn jemand gegen eine Türe oder ein Fenster klopft. Horror!

 

Alltagsgeschichten, Essgeschichten

It’s Brunchtime!

Was gibt es schöneres, als an einem Sonntagmorgen im Herbst mit vielen Freunden gemeinsam zu brunchen?

 

Leider hatte ich keine Zeit, auch von alle den mitgebrachten Köstlichkeiten und dem voll bedeckten Tisch ein Foto zu machen.