Studiumsgeschichten

Hintergrundgeräusche

Zurzeit hocke ich hauptsächlich in meinem stillen Kämmerlein und schreibe an meiner Bachelorarbeit. Auch wenn ich die ruhige Arbeitsatmosphäre in meinem Büro schätze, ist es mir manchmal fast zu still.

Von Musik lasse ich mich beim Schreiben zu sehr ablenken, weil ich dann entweder den Text mitsinge oder in meinen Gedanken versinke. Manchmal lasse ich mir deshalb nebenbei auf meinem alten Laptop (welchen man wirklich nur noch fürs DVD-schauen brauchen kann) meine Lieblingsserie „Gilmore Girls“ laufen. Da kenn ich jede Folge auswendig. Wenn ich mich nicht allzu sehr auf meine Arbeit konzentrieren muss, kann ich nebenbei den Dialogen folgen oder ich lasse mich einfach passiv von ihrer guten Laune und ihrem exzessiven Kaffeekonsum berieseln.

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Links Bachelorarbeit, rechts „Gilmore Girls“, in der Mitte ein Energy Drink.

Ob diese Arbeitsweise nun lerntheoretisch sinnvoll ist, sei dahingestellt, aber mir hilft es, motiviert zu bleiben.

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Essgeschichten

Pausensnack

Meine kulinarischen Vorlieben sind in meinem Freundeskreis durchaus umstritten. Als Zwischenmahlzeit beim Lernen oder, wie in meinem Fall, beim Schreiben einer Arbeit empfehle ich zurzeit 250 g Magerquark mit einem grossen Teelöffel Konfitüre (vorzugsweise Aprikose), einem Teelöffel Mandelmus und ein paar Umdrehungen aus der Salzmühle.

Das schmeckt (mir) hervorragend, ist leicht und enthält trotzdem gesunde Nährstoffe wie das Protein aus dem Magerquark und die ungesättigten Fettsäuren aus dem Mandelmus. Guten Appetit und frohes Schaffen!

Alltagsgeschichten, Bern, Essgeschichten, Studiumsgeschichten

Wonder Waffel

Nachdem ich am Morgen für die Managementprüfung nächste Woche gelernt und Maskottchen für die mündliche Prüfung einer Mitstudentin gespielt hatte, habe ich es mir am Mittag gemeinsam mit einer anderen Mitstudentin so richtig gut gehen lassen. Wir waren bei Wonder Waffel direkt beim Hauptbahnhof in Bern und haben uns ein süsses Mittagessen gegönnt. Yummy!

Man kann sich seine Lieblingswaffel individuell zusammenstellen und jeder Teller wird liebevoll mit dem eigenen Namen beschriftet. Zu der super leckeren Waffel gabs für mich Apfelmus, verschiedene frische Früchte, Kokosraspeln, Schokostreusel und eine Kugel Joghurteis.

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Mit dieser süssen Versuchung im Magen fiel das Lernen am Nachmittag allerdings doppelt schwer. Ein Power-Nap musste sein, da half noch nicht einmal mehr Kaffee.

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Alltagsgeschichten, Studiumsgeschichten

Walking in a Winterwonderland

Nachdem in diesem Winter nun auch der erste richtige Schnee gefallen ist, habe ich meine Joggingschuhe gegen gefütterte Winterstiefel eingetauscht und bin gemeinsam mit einer Freundin durch die märchenhafte Landschaft gewandert. Wir waren ziemlich stolz auf uns, dass wir uns trotz Minusgraden nach draussen gewagt und eine ziemlich grosse Runde gedreht haben. Ihr Fitnessarmband kennt eben kein Pardon und auch keinen Winterschlaf.

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Nach zweieinhalb Stunden waren wir uns ziemlich sicher, dass spazieren im Schnee definitiv viel anstrengender sein muss als ohne Schnee und dass man es deshalb gleich doppelt zählen darf. Auf jeden Fall bin ich jetzt angenehm müde und zufrieden. An dieses Gefühl komme ich mit einem ganzen Tag am Bürotisch hocken und lernen definitiv nicht ran.

Draussen im Wald war es so ruhig und friedlich. Man braucht zur Entspannung nicht immer in ein teures Spa zu fahren. Ruhe und Erholung findet man oft kostenlos und direkt vor der Haustüre. Also: Warm einpacken und ab nach draussen!

Studiumsgeschichten

Vorbereitung

Vorbereitung ist die halbe Miete und ErnährungsberaterInnen tragen von Berufswegen eine Mitschuld am Klimawandel. Oder so.

Nächsten Dienstag hole ich die Prüfung im Modul „Beratung von spezifischen Bevölkerungsgruppen“ nach. Es handelt sich dabei um einen mündlichen Kompetenznachweis, bei dem ich eine Schauspielerin oder einen Schauspieler berate. Während bei der letzten Beratungsprüfung klar war, dass mich ein gesunder Erwachsener mit einem Anliegen erwartet, sind die Optionen nun etwas vielfältiger. Zu den „spezifischen Bevölkerungsgruppen“ zählen Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kleinkinder, Jugendliche, Senioren, Sportler und Migranten. Sie alle haben, was die Ernährung betrifft, spezifische Bedürfnisse. Folglich muss ich für die Prüfung auf alles vorbereitet sein.

Den beraterischen Teil in der Ernährungsberatung habe ich mir immer ein bisschen zu einfach vorgestellt. Man geht hin, ist nett zu dem Klienten oder der Klientin und deckt ihn oder sie mit Fachwissen ein. Ganz so leicht ist es jedoch nicht und gerade für Anfängerinnen wie mich bedeutet jede Beratung eine enorme Vorbereitung. Ich muss das Wissen präsent haben, mich auf mögliche Fragen des Gegenübers einstellen (soll ich die Supplementierung von Vitamin D bei Kindern nun generell empfehlen, wenn mich eine Mutter danach fragt?) und idealerweise auch noch ein paar sogenannte Hilfsmittel bereithalten, mit denen ich Sachverhalte und Vorschläge visualisieren kann: Bilder von proteinreichen Lebensmitteln, die Lebensmittelpyramide speziell für Kinder, Menuevorschläge für Sportler in der Wettkampfvorbereitung und so weiter und so fort.

Nun habe ich mir gestern einen ganzen Ordner voller Unterlagen, die ein paar meiner Mitstudierenden und ich im Teamwork erstellt und zusammengesucht haben, ausgedruckt und mich dabei der Abholzung des (Regen-)Waldes schuldig gefüllt, weil der Papierberg immer höher wurde und der Drucker nach einer Stunde vorübergehend die Arbeit verweigerte. Theoretisch bin ich nun für alles gerüstet. Jetzt kommt es „nur“ noch darauf an, am Dienstag die eigene Nervosität zu verbergen, kompetent zu wirken und bei unerwarteten Fragen die eigene Inkompetenzkompensationskompetenz unter Beweis zu stellen.

Studiumsgeschichten

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Es ist wunderschönes Wetter: 30 Grad, strahlender Sonnenschein und keine einzige Wolke am Himmel. Noch dazu ist es Sonntag, also der Tag, an dem man lange schläft und dann nur das tut, wonach einem gerade der Sinn steht. So die Theorie.

In der Praxis sitze ich an meinem Schreibtisch und „lerne“. So die Theorie der Praxis. Eigentlich sitze ich nämlich an meinem Schreibtisch und tue gar nichts. Ich starre aus dem Fenster, nerve eine Studienkollegin, die eigentlich auch lernen müsste, mit Whatsapp Nachrichten und schreibe diesen Blogeintrag. Dabei müsste ich wirklich ganz dringend lernen und ich weiss, dass ich mich spätestens am Dienstag auf dem Weg zur Prüfung dafür verfluchen werde, dass ich meine Zeit nicht sinnvoller genutzt habe. Oh ich werde sehr wütend auf mich sein.

 Warum schaffe ich es trotzdem nicht, mit aufrecht hinzusetzen (oder auch in typischer Studentenmanier gebeugt), konzentriert in meine Bücher zu starren und Wissen in mich aufzunehmen? Es ist ja nicht so, dass ich es nicht könnte oder dass es völlig aussichtslos wäre, dass ich den Stoff jemals beherrsche.
 
Für gute Tipps bin ich jederzeit empfänglich. Bis dahin werde ich einen weiteren Versuch unternehmen, meine Motivation zur Kooperation zu bewegen.
Spitalgeschichten, Studiumsgeschichten

Packliste fürs Krankenhaus

Grundsätzlich braucht man im Krankenhaus nicht viel, doch es macht Sinn, sich bereits im Vorfeld zu überlegen, was man alles mitnehmen möchte. Deshalb habe ich eine kleine Liste zusammengestellt:

  • Das Handy ist für mich Kommunikationsmittel Nummer eins und Kommunikation ist wichtig. Schliesslich will ich gefragt werden, wie’s mir geht. Abgesehen davon sind auch Freunde und Familie froh, wenn ich ab und an ein Lebenszeichen von mir geben kann.
  • Auch in gesunden Zeiten verbringe ich (zu) viel Zeit am Laptop, da darf der natürlich nicht fehlen. Über ihn kann ich Filme und Serien schauen, wenn ich irgendwann genug von Hartz-IV-TV und Shopping Queen habe. Ausserdem will ich natürlich auf dem Laufenden bleiben, was meine Freunde auf Facebook treiben und Bloggen ist ein wunderbarerer Zeitvertreib. Lernen und etwas fürs Studium tun könnte man damit theoretisch auch, aber unter Medikamenteneinfluss sind die Schlüsse, die man zieht, meistens ohnehin nicht zu gebrauchen, also kann man es auch gleich lassen.
  • Bequeme Kleidung ist das A und O und weil man den Grossteil der Zeit im Bett verbringt, sind Pyjama- oder Trainerhosen essentiell. Da die Möglichkeiten sich hübsch zu machen ansonsten ziemlich begrenzt sind, schadet es auch nicht, wenn sie einigermassen gut aussehen.
  • Ich liiiiiiiebe meinen Bademantel und deshalb muss er unbedingt mit. Er ist wunderbar flauschig und kaschiert bei einem Spaziergang auf dem Flur blaue Flecke und eher nicht vorzeigbare Pyjamas. Zudem bieten die grossen Taschen Platz für eventuelle Drainagebeutel etc.
  • Etwas vom Schönsten ist, wenn man nach mehreren Tagen im Bett liegen aufstehen und duschen darf. Da fühlt man sich gleich wie neugeboren. Damit das Gefühl etwas länger anhält und man sich so richtig frisch fühlt, creme ich mich danach mit einer angenehm riechenden Bodylotion ein. Das Pflegepersonal freut sich auch, wenn es ins Zimmer kommt, und es dort plötzlich nach Rosen riecht.
  • Wenn es einem nicht so gut geht, darf man manchmal auch wieder ein bisschen Kind sein und mit dem Lieblings-Plüschtier kuscheln. Ich habe bei der letzten Operation im Dezember einen süssen Teddybären und ein kleines Entchen geschenkt bekommen, die mich immer vom Bettrand aus aufmunternd angeschaut haben. Da versteht es sich von selbst, dass auch sie wieder den Weg in meine Reisetasche finden.

 

Und jetzt noch ein paar Dinge, die man getrost zuhause lassen kann:

  • Bücher und Unterlagen aus dem Studium. Das Krankenhaus ist zum Erholen da und lernen kann man noch genug, wenn man wieder in den eigenen vier Wänden ist. Abgesehen davon herrscht tagsüber meist so viel Betrieb, dass man sich kaum mehrere Stunden am Stück konzentrieren kann. Schon gar nicht, wenn man nebenbei noch Schmerzen hat, sich übergeben muss oder einen von Medikamenten vernebelten Geist hat.
  • Wer oft kalte Füsse hat, so wie ich, packt natürlich Socken ein. Das ist aber total unnötig, denn nach einer Operation sind bis zur Entlassung gnadenlos Thrombosestrümpfe angesagt und die Dinger geben richtig warm.
  • Auch Make-up, Lockenstab und Glätteisen kann man getrost daheim lassen. Nach einer Operation wird man auch mit deren Hilfe niemals so gut aussehen, dass man all die schönen Assistenzärzte mit etwas anderem als mit der eigenen natürlichen Art beeindrucken kann. Mal ganz abgesehen davon kann man es ja auch geniessen, morgens etwas länger liegen zu bleiben, anstatt sich vor den Spiegel zu stellen.
  • Essen bekommt man mehr als genug (auch Nachtisch) und es ist nicht nötig, dass man sich ständig mit Süssigkeiten vollstopft. Der Körper braucht in solchen Belastungsphasen vor allem Protein und auch wenn man einen erhöhten Grundumsatz hat, wenn man krank ist, bewegt man sich doch erheblich weniger als im Alltag und braucht deshalb nicht Unmengen an Energie.