Studiumsgeschichten

Flucht

„Ich möchte den Biochemie-Fragenkatalog bis zum Sonntag vor meiner Abreise durchgearbeitet haben, damit ich ihn nach meiner Rückkehr nur noch überarbeiten muss.“ Das war der Plan. Ein schöner Plan, wirklich. Und wie das mit Plänen so ist, ist er nicht aufgegangen.

Es ist Sonntagabend und mein Flieger geht morgen um 7.20 Uhr. Auf meinem Schreibtisch herrscht ein Durcheinander wie nach einem Wirbelsturm, während mich unter gewissen Fragen, die ich bis spätestens zum 20. April beantwortet haben muss, eine fein säuberlich aufgeräumt Leere verhöhnt.

Man soll sich Lernpläne machen, sowas hört man im Studium immer wieder. „Planen sie vorausschauend und rechnen sie immer genügend Zeit ein.“ Blablabla. Wenn ich es einmal erlebe, dass eine meiner (Lern-)Pläne auf Anhieb aufgeht, schmeisse ich eine Party. Versprochen.

Und was nun? Tja ihr doofen Fragen, ihr bleibt zuhause und habt die nächsten vier Tage Sendepause. Ihr werdet mich nicht bis nach Leipzig verfolgen, dafür stecke ich nach meiner Rückkehr noch einmal all meine Energie in eure Beantwortung. Ist das ein Deal?

Auch wenn die Pläne nicht aufgehen und man kurz vor der Arbeit an nichts anderes mehr denken kann, so weiss man doch, dass man es bisher immer geschafft hat und so wird es auch dieses Mal sein.

Studiumsgeschichten

Winterzeit – Lernzeit

Semesterferien bedeuten für gewöhnlich nicht, sich auf die faule Haut zu legen, sondern die lehrveranstaltungsfreie Zeit sinnvoll für Selbststudium und Prüfungsvorbereitung zu nutzen. Schade, dass beides auch in der heutigen Zeit noch nicht von alleine geht. Deshalb heisst es, sich diszipliniert an die Arbeit zu machen, während der Rest der Familie den Neuschnee geniesst oder vor dem Cheminée einen spannenden Krimi liest. Ich habe ein paar Tipps gesammelt, die mir das Lernen erleichtern:

  1. Lernplan erstellen: Ich habe mir eine detaillierte Liste erstellt, mit allem, was ich als Vorbereitung auf die Prüfungen im Januar erledigt haben will (muss). Wichtig sind mir möglichst viele Unterpunkte, damit ich schon nach geringem Aufwand eine Aufgabe mit Genugtuung durchstreichen kann.Lernen_2
  2. Rituale: Bevor ich zu lernen beginne, zünde ich immer eine Kerze an und stelle eine Flasche Wasser bereit. Das ist mein kleines Ritual, welches mir hilft, mich darauf einzustellen, dass jetzt eine Lernphase kommt. Die Flasche dient ausserdem dazu, dass ich nicht auf die Idee komme, mir plötzlich etwas zu Trinken holen zu müssen.
  3. Ruhiger Lernplatz: Eigentlich hasse ich es, im stillen Kämmerchen über meinen Büchern zu brüten und nichts davon mitzubekommen, was sonst in der Welt so läuft. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass man schlicht am wenigsten abgelenkt ist, wenn man sich in einem Raum befindet, der ausschliesslich als Arbeits- und Lernraum dient. Der Küchentisch eignet sich für die meisten überhaupt nicht, weil Kühlschrank und Kaffeemaschine einfach viel zu nahe sind und wir der Verlockung nicht widerstehen können.
  4. Belohnung einplanen: Am späten Nachmittag oder Abend plane ich mir fixe Termine ein. Das kann beispielsweise ein Treffen mit Freunden, vorzugsweise ausserhalb der eigenen vier Wände, ein Wellnessprogramm oder sonst etwas Wohltuendes sein.

 

Soweit also die Theorie. Ob sich die guten Vorsätze auch in die Praxis umsetzen liessen, zeigt sich spätestens bei der Notenvergabe nach den Prüfungen.