Spitalgeschichten

Einfach nur weg

„Ich will grad einfach nur weg, nur weg, nur weg, wo einfach alles einfach ist.“ (Johannes Oerding, Einfach nur weg)

Hier auf meinem Blog war es in den letzten zwei Wochen sehr ruhig, weil in meinem Leben mal wieder so einiges passiert ist. Naja, im Grunde ist eigentlich nur das passiert, wovor ich mich seit der letzten Operation gefürchtet hatte. Sieht nicht so gut aus im Moment…

Jedenfalls hatte ich diese Woche „notfallmässig“ einen kleinen Eingriff und wenn ich Glück habe, ergibt sich „das Problem“ dadurch bis spätestens Ostern. Das wäre mal ein richtig tolles Ostergeschenk und mit Schokohasen und Zuckereiern niemals aufzuwiegen. Also lieber Osterhase, ich hoffe, du hast deine langen Ohren gespitzt und gut zugehört.

Wer mich kennt, der weiss, dass abwarten und Tee (Kaffee) trinken im Bezug auf meine Gesundheit nicht gerade meine Stärke ist. Zehn Tage auf eine Medikamentenwirkung zu warten zerrt also ziemlich an meinen Nerven.

Wie gut, dass ich in Leipzig eine liebe Freundin habe, die ich nächste Woche besuchen darf. Das war schon länger geplant und ich freue mich wirklich riesig darauf. Man kan vor sich und seinem Leben nicht davonlaufen und es ist an einem anderen Ort auch nicht „einfach alles einfach“, wie in dem oben verlinkten Lied, schon klar, aber eine Luftveränderung kann manchmal Wunder bewirken.

Andere Menschen, andere Stadt, nach Lust und Laune in den Tag hinein leben. Ich glaube, dass mir das Abschalten ganz gut gelingen wird, weil ich meinen Urlaub einfach geniessen will und da hat eine Situation, die ich ohnehin nicht mehr beeinflussen kann, keinen allzu grossen Stellenwert verdient. Am besten, sie bleibt gleich ganz daheim, stellt sich in eine Ecke und schämt sich. Aber wie gesagt, man kann vor seinem Leben ja nicht davonlaufen. Etwas Abstand zum Alltag und ein Perspektivenwechsel können aber ganz heilsam sein und für eine Verschnaufpause sorgen.

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Spitalgeschichten

Reha für zuhause

Nach einer Operation und einem längeren Krankenhausaufenthalt bleibt zunächst nicht viel von der Energie übrig, die man noch vor dem Eingriff hatte. Meistens ist man dann zusätzlich zu der Narkose noch zugedröhnt mit Medikamenten und Muskelmasse baut sich bekanntlich schneller ab als der ungeliebte Hüftspeck.

In der ersten Woche zuhause habe ich zwölf bis vierzehn Stunden am Tag geschlafen und die restliche Zeit überwiegend auf dem Sofa verbracht. Etwa ab Woche drei nach der Operation habe ich dann meines eigenes kleines Reha-Programm unter dem Motto „Moni wird wieder fit und alltagstauglich gestartet“.

Zunächst habe ich einen kleinen Spaziergang ums Haus gemacht, habe meine Mutter zum Einkaufen begleitet oder meiner Grossmutter zwei Strassen weiter unten im Dorf einen Besuch abgestattet. Danach war ich jeweils fix und fertig, aber das gehört dazu.

Nach ein paar Tagen kam dann als Steigerung einmal täglich ein Kaffeekränzchen in der Stadt mit einer oder mehreren Freundinnen hinzu. Da muss man sich bewegen und sogar noch das Hirn einschalten, wenn man eine angenehme Gesprächspartnerin sein will.

Es braucht nicht viel und man spürt, dass man jeden Tag fiter wird, aber man muss aktiv etwas dafür tun. Ich finde es auch wichtig, dass man sich für die Erholungsphase genügend Zeit einplant. Nicht nur der Körper muss wieder zu Kräften kommen, auch die Seele muss Raum haben, um alles zu verarbeiten, damit man anschliessend wieder bereit ist, um voll ins Leben einzusteigen.

Seit meiner letzten Operation sind nun gut vier Wochen vergangen. Vor vier Wochen war ich also noch ein Häufchen Garnichts, das ausser atmen und dösen nicht viel gemacht hat. Heute gehe wieder fleissig meine 10’000 Schritte am Tag und fühle mich bereit, am Montag wieder ins Unileben zu starten. Für den Moment ist das gut so, ich bin zufrieden. Ob die Op etwas gebracht hat, werden die nächsten Wochen zeigen.

Essgeschichten, Studiumsgeschichten

Gesundheitsrisiko Mangelernährung

In den Medien hört und liest man immer nur davon, wie gefährlich Übergewicht ist. Ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI) gilt als Risikofaktor für Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige unschöne Dinge mehr. Von der Mangelernährung spricht kaum jemand. Dabei geht es nicht in erster Linie um das tatsächliche Körpergewicht – auch eine Person mit einem BMI weit über 25 kann mangelernährt sein – sondern um die Unterversorgung mit Makro- und Mikronährstoffen. Im Studium befassen wir uns gerate intensiv mit dieser Thematik, da der Bereich Mangelernährung auch in der wohlhabenden Schweiz eines der Hauptarbeitsfelder von Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberatern ist.

Gemäss Studien sind mindestens 25% der Patientinnen und Patienten, die in der Schweiz in ein Spital eintreten, mangelernährt. Besonders im Alter gelingt es vielen nicht mehr, sich mit ausreichend Kalorien und Nährstoffen zu versorgen. Wenn während der stationären Behandlung kein Schwerpunkt auf eine adäquate Ernährung gelegt wird, sind es beim Austritt vermutlich sogar mehr. Operationen, Medikamente und Krankheiten vermindern oft den Appetit, führen zu Erbrechen oder anderen Magen-Darm-Beschwerden, wobei der Grundenergieumsatz nur leicht vermindert, gleich wie beim Gesunden oder sogar erhöht ist.

Verschiedene Studien haben eindrücklich nachgewiesen, dass mangelernährte Patienten eine höhere Komplikationsrate haben, bei den gleichen Krankheiten und Operationen länger im Krankenhaus bleiben und sogar ein höheres Sterberisiko haben als gut ernährte Personen.

Spitalgeschichten

Zu Risiken und Nebenwirkungen

Ärzte haben zuweilen einen eigenartigen Humor. Ich habe meinen heute gefragt, wie lange es dauert, bis ein Medikament, welches er mir neu verschrieben hat, wirkt. Seine Antwort: „Ungefähr zwei bis drei Tage, wenn Sie die Nebenwirkungen spüren, sollte es eigentlich auch schon helfen.“ Na prima, zumindest die Nebenwirkungen kommen also ganz bestimmt.