Alltagsgeschichten

Sonntagsfragen

Gestern habe ich gemeinsam mit meiner besten Freundin einen Sonntagsausflug gemacht. Einen gemütlichen Spaziergang rund um den Ägerisee. Zum Mittagessen gab’s einen leckeren Eisbecher und als Dessert zwei Tassen Kaffee. Der Himmel war strahlend blau, die Temperaturen angenehm warm und die Menschen gut gelaunt und freundlich. Perfekt!

Natürlich haben wir immer ganz viel zu diskutieren und der Gesprächsstoff geht unter Freundinnen nie aus. Im Laufe des Tages sind wir auf zwei Rätsel beziehungsweise Fragen gestossen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Frage 1

Wie gelangen Schuhe auf die Autobahn?

Fast auf jeder Autofahrt sieht man auf der Böschung oder neben der Mittelleitplanke Schuhe liegen. Manchmal einzeln, manchmal als Paar. Wie gelangen die dahin? Ich sehe selten bis nie, dass jemand auf der Autobahn die Füsse aus dem Fenster hält.

Frage 2

Wie bittet man einen Freund, Verwandten oder Bekannten, einem dabei behilflich zu sein, jemanden um die Ecke zu bringen?

Dazu muss ich vielleicht erklären, dass ich zwar keinen Mord plane, mich aber sehr für Dokumentationen und Berichterstattungen rund um reale Kriminalfälle interessiere. Gestern haben wir uns über einen Fall unterhalten, bei dem eine Frau erst ihre Affäre und anschliessend auch noch dessen Bruder gebeten hat, ihr bei der Beseitigung ihres Ehemannes zu helfen. Diese haben scheinbar zugestimmt.

Mit welchem Satz beginnt man ein solches Gespräch? Und wie reagiert man auf eine solche Anfrage? Die Situation scheint mir dermassen absurd, dass mir dazu absolut nichts einfällt.

Wisst ihr vielleicht Antworten und welche Fragen stellt ihr euch so an einem schönen Sonntagnachmittag?

 

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Alltagsgeschichten, Essgeschichten

Krimidinner zum Zweiten

Vor etwa zwei Jahren hatte ich bereits einmal das Vergnügen, an einem Krimidinner teilzunehmen. Damals spielte ich eine eingebildete Fernsehmoderatorin im kleinen Schwarzen und ich war sogar am Mord beteiligt. Ein Riesenspass!

Am Freitag war ich nun zu einem weiteren Dinner mit mörderischem Hintergrund geladen. Das Setting: Eine buntgemischte Truppe fährt 1936 in der ersten Klasse des London Express von Edinburgh nach London zur Krönungsfeier des zukünftigen Königs. Anwesend sind unter anderem ein Pater, eine deutsche Schauspielerin, ein Journalist, ein schottischer Oberst und seine Frau, eine russische Gräfin im Exil und meine Wenigkeit: Lord Winterbottom.

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Zylinder und Schnurbart sind doch mal was anderes als Lippenstift und Wimperntusche.

Alle waren ihren Rollenbeschreibungen gemäss verkleidet, die Tafel dem Setting entsprechend edel gedeckt und auch das Essen typisch Britisch: Erbsensuppe mit Minze, Ofenpoulet mit Gemüse und Kartoffeln und zum Dessert eine Lemon-Curd-Tarte. Yummy!

20170310_183151Ermordet wurde übrigens der Schaffner des Zuges. Über mehrere Spielrunden haben wir immer mehr über den Ablauf des verhängnisvollen Abends sowie die düstere Vergangenheit aller Beteiligter erfahren, sodass es zum Schluss wenigstens einigen von uns gelungen ist, den Mörder zu enttarnen.

Alltagsgeschichten

Totgespielt

Einen richtig guten Krimi zu schreiben ist schwierig. Einen Krimi als Theaterstück aufzuführen auch. Der Spannungsbogen muss sich über die ganze Geschichte hin ziehen und den Leser beziehungsweise Zuschauer von der ersten Sekunde an fesseln.

Eine richtig gute Komödie zu schreiben ist schwierig. Eine Komödie als Theaterstück aufzuführen auch. Die Pointen müssen genau zum richtigen Zeitpunkt kommen und bis ins kleinste Detail sitzen.

Wie anspruchsvoll muss es also sein, eine Krimikomödie von der ersten Sekunde an live und vor Publikum zu improvisieren? Ohne Text. Ohne Drehbuch.

Ich habe mir gestern Abend gemeinsam mit einer Freundin einmal mehr Improvisationstheater angesehen und wir waren beide absolut begeistert. Die vier Schauspieler, denen man die Freunde und die Lust am spielen vom Anfang bis zum Ende zu hundert Prozent abgekauft hat, haben aufgrund der Vorgaben des Publikums exzentrische und einzigartige Figuren geschaffen, die rund um den Mord an einem Hauswart der ETH Zürich agieren: Der Biologieprofessor, der Hühner in der Grösse eines Labradors züchtet und dem es gelungen ist, ein ganz besonderes Gras in das Eigelb seiner Haustiere einzupflanzen. Die Sekretärin Yolanda Strübi, welche „alles weiss, von jedem“ und früher einmal ein Mann gewesen ist. Der Marihuana dealende Postbote mit den unehelichen Kindern.

Ein Kommissar darf natürlich auch nicht fehlen. Alois Witzig schwört auf Tabletten in allen Lebenslagen, findet seinen Nachname überhaupt nicht zum Lachen und ist stets auf der Suche nach dem perfekten Baum, um seine Slackline zu spannen. Sein pflichtbewusster Praktikant ist stets um seinen Chef bemüht und scheut keinen Aufwand, dessen Slackline von der ETH bis zur Frauenbadi zu spannen. Der tuntige Gerichtsmediziner Sonderegger hat einen Hang zum Drama und liefert dem Kommissar stets wichtige Informationen zur Lösung des Falls.

Die wirklich kurz gehaltenen Personenbeschreibungen lassen bereits erahnen, dass es im Laufe der Geschichte hoch herging. Trotz aller Verwirrungen zog Kommissar witzig gegen Ende die richtigen Schlüsse und konnte den Täter überführen. Das Publikum war begeistert und fühlte sich während zwei Stunden bestens unterhalten.

Solltet ihr irgendwann einmal die Gelegenheit haben, auch Improvisationstheater anzuschauen, lasst es auch nicht entgehen. Eine gute Adresse in Zürich findet ihr unter www.pfirsi.ch