Studiumsgeschichten

Halbzeit

Eben war ich noch die Neue und nun bin ich schon ein festes Mitglied des Teams der Ernährungsberaterinnen in dem Kinderspital, in dem ich arbeite. Ich kenne die Kolleginnen, plane meinen Tagesablauf und führe kleinere und grössere Aufträge selbständig aus.

Die letzten vier Wochen sind im Nu verflogen und ich habe sooooo viel gelernt. Jeden Tag habe ich neue Patienten und neue Krankheitsbilder gesehen und die Arbeit einer Ernährungsberaterin in der Praxis miterleben dürfen. Egal, wie fade das Studium manchmal ist, ich weiss nun definitiv, dass ich am richtigen Ort bin und mir eine Zukunft in dem Beruf vorstellen kann.

Selbständig mit den Patienten arbeiten darf ich leider kaum, weil mir dazu schlicht das Wissen fehlt. Im Studium beschäftigen wir uns hauptsächlich mit der Ernährung erwachsener Menschen und auch da sind wir bisher nicht weit über den gesunden Menschen hinausgekommen. Sondenernährung? Keine Ahnung. Ketogene Diät? Keine Ahnung. Anreicherung von Muttermilch? Keine Ahnung. Da denkt man, man weiss schon einiges und dann das.

Ich glaube aber, dass man nirgends besser lernt als in der Praxis und von Menschen mit jahrelanger Erfahrung. Was ich aus den acht Wochen Praktikum mitnehmen kann, wird mich in meiner gesamten beruflichen Laufbahn begleiten. Während ich andere in Beratung und während der Kommunikation mit Patienten und Angehörigen beobachte, kann ich viel über mein eigenes Beratungsverständnis und meine Vorstellung von einer guten Klient-Berater-Beziehung lernen.

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Studiumsgeschichten

Der erste „richtige“ Tag

Kaum ist der erste „richtige“ Studientag vorbei, raucht mir auch schon der Kopf und mein Stresslevel ist von gemütlichem Sommerpegel zu „Ich hab mega viel zu tun“ hochgeschnellt. Während es an der ETH pausenlos nur um die Basisprüfung nach dem ersten Jahr ging, blickt man an der BFH (Berner Fachhochschule) schon weiter in die Zukunft nach dem Motto: Alle Wege führen zur Bachelorarbeit. Das stimmt, hoffentlich, denn statistisch gesehen werden die allermeisten von uns 55 die Ausbildung zu Ende bringen können, aber das liegt noch soooo weit in der Zukunft. Viele näher sind da die Kompetenznachweise, die wir schon im ersten Semester zu erbringen haben. Es gilt arbeiten zu schreiben, Portfolios zu erstellen und Prüfungen abzulegen. Zeit ist Geld und Geld will gut angelegt sein, deshalb ist eine sorgfältige Planung wohl schon die halbe Miete. Was mich sehr begeistert ist, dass die Dozierenden ihre Vorlesungen immer auch drauf ausrichten, uns perfekt auf unseren späteren Berufsalltag als ErnährungsberaterInnen vorzubereiten. Da viele von ihnen nebenbei noch in der Praxis arbeiten, bringen sie reale Beispiele und zeigen uns auf, warum auch das Fach „Lernen“ wichtig ist, wenn man im Gespräch mit den Patienten eine Verhaltensänderung ihrerseits erreichen möchte.