Spitalgeschichten

Der Weg geht weiter

Für manche mag es schwer vorstellbar sein, aber ich bin erleichtert, seit ich gestern erfahren habe, dass ich in absehbarer Zeit erneut operiert werde. Eine grosse Operation, mit längerem Krankenhausaufenthalt, welche erneut einschneidende körperliche Veränderungen mit sich bringen wird. Eine neue Situation. Eine neue Chance. Ich bin nicht glücklich darüber oder froh, aber ich bin erleichtert. Erleichtert, weil ich weiss, dass etwas getan wird. Erleichtert, weil ich weiss, dass es noch Möglichkeiten gibt.

Der Weg, der sich in den letzten eineinhalb oft wie eine Sackgasse angefühlt hat, geht weiter und es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Eine Garantie auf Erfolg gibt es keine, aber es gibt berechtigte Hoffnung.

Bei all dem Frust und all den Schmerzen, die ich im Zusammenhang mit meiner Gesundheit in den letzten Monaten erlebt habe, bin ich dankbar dafür, dass es diesen Weg gibt. Er ist bestimmt keine gerade Schnellstrasse, sondern ein holpriger Feldweg, der einen zu Umwegen zwingt, aber es ist ein Weg. Mein Weg.

 

Spitalgeschichten

Anästhesiesprechstunde

Erfahrungsgemäss sind die meisten Operationen heutzutage sehr sicher und nicht wenige Menschen überstehen in ihrem Leben mehrere ohne bleibende Schäden davon zu tragen. Nach einem zwanzigminütigem Gespräch mit einem Anästhesisten könnte man da allerdings so seine Zweifel bekommen. Was da bei der Narkose (theoretisch) alles schief gehen kann…alles in höchstem Masse unwahrscheinlich (es grüsst die angewandte medizinische Statistik) , aber sagen müssen sie’s einem halt trotzdem.

Übelkeit und Halsschmerzen nach der Vollnarkose, Kopfschmerzen nach der Spinalanästhesie – und damit kommt man noch gut weg. Die junge Ärztin schreibt sich die Finger wund, um alle erdenklichen Komplikationen auf der Einverständniserklärung zur Narkose festzuhalten.

Viele Patienten haben Angst vor Schmerzen und ich habe den Eindruck, dass uns viele medizinische Eingriffe harmlos erscheinen, weil eben genau der Schmerz relativ gut kontrolliert werden kann. Man spürt überhaupt nichts, während Chirurgen, Anästhesisten und Co alles Mögliche mit einem anstellen. Es tut nicht weh, also ist es auch nicht schlimm.

Die Einverständniserklärung habe ich am Schluss brav unterzeichnet. Spätestens wenn am Tag des Eingriffs die ersten Schmerz- und Beruhigungsmittel wirken, ist mir sowieso alles egal.