Alltagsgeschichten

Halbmarathon zum Dritten – Danach

Ich hab’s tatsächlich geschafft und die 21.1 km hinter mich gebracht. Mit 2h20 min gehörte ich zwar mit Abstand nicht zu den Schnellsten, aber die Zeit entspricht meinem Trainingszustand und ich bin zufrieden, weil ich nie gehen musste und keine schlimmen Krisen hatte. Die Kaffeepause zwischendurch (siehe letzter Blogpost) musste ich auch nicht einlegen. Das Gefühl im Ziel war die Strapazen auf jeden Fall wert!

Zur Belohnung gab’s am Abend ein heisses Schaumbad und eine Pizza. Heute spüre ich meine Beine zwar mehr als sonst, aber der Muskelkater hält sich in Grenzen. Top!

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Alltagsgeschichten

Halbmarathon zum Dritten – Davor

Ich muss es ehrlich sagen: Meine Vorbereitung auf den Halbmarathon lief, gelinde gesagt, suboptimal. Das letzte Mal joggen war ich vor zwei Wochen, ich habe seit einem Jahr nie mehr als 15 km zurückgelegt und war in letzter Zeit ständig halb krank. Läuft! Entsprechend ist mein oberstes Ziel, vor Einbruch der Dunkelheit ins Ziel zu kommen (Startzeit: 16.12 Uhr). Eine Freundin, die sich der Herausforderung ebenfalls stellt, und ich, haben uns im Vorfeld auch schon einen Plan B zurechtgelegt: Wenn wir keine Lust mehr haben, gehen wir einfach Kaffee trinken.

Um meinen Trainingsrückstand wenigstens ein bisschen zu kompensieren, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, in den letzten drei Tagen vor dem Lauf Carboloading zu betreiben. Dabei füllt man durch einen erhöhten Kohlenhydratkonsum die Glykogenspeicher in der Leber und der Muskulatur auf. Man wird dadurch zwar nicht schneller, hat aber mehr Ausdauer. Da mir die Idee reichlich späht kam und man in den Tagen vor einem langen Lauf keine Ernährungsexperimente machen sollte, habe ich dann aber doch grösstenteils darauf verzichtet. Abgesehen davon zickte mein Magen Anfang Woche immer noch. Die Frau Ernährungsberaterin wird es beim nächsten Mal hoffentlich besser machen. Schlechtes Vorbild!

Ich hab gestern und heute dann doch nocht mein individuelles Carboloading betrieben. Gestern gab’s zum Abendessen eine bunte Mischung aus Reiswaffeln, Salzbrezeln, Keksen und Lebkuchen. Äh ja.

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Zum Frühstück gab’s heute ein Powermüsli aus Haferflocken, Banane, Magerquark, Kiwi, getrocknete Cranberries, Zimt und Mandelmus.

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Über den Vormittag verteilt habe ich ein buntes Sportgetränk getrunken, um auch meinen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt in Startposition zu bringen. Zum Mittagessen koche ich mir gleich die obligaten Pasta. Läuft!

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Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich mir übrigens noch eine ganze Tasse Kaffee über die Laptoptastatur gekippt. Wenige Tage vor Abgabe meiner Bachelorarbeit. Mein Puls ist nun also auch schon auf Höchstleistung eingestellt. Läuft!

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Alltagsgeschichten

Selbstüberschätzung?

Nachdem ich bei meiner Radtour am Samstag in Punkto Fitness bereits eine Schlappe einstecken musste (siehe Link), wurde ich heute erneut darauf aufmerksam gemacht, dass ich körperlich wohl doch nicht so gut in Form bin, wie ich es mir einbilde.

„Treiben Sie Sport in irgendeiner Form?“, fragt meine Shiatsu-Therapeutin, während sie meine Unterschenkel massiert.

Ich freue mich, dass sie einen Zuwachs an Muskelmasse seit meinem letzten Termin bei ihr vor vier Monaten feststellen konnte und antworte: „Ja. Ich jogge und hin und wieder bin ich mit dem Rad unterwegs.“

„Das finde ich gut. Etwas Muskelaufbau kommt ihrem Körper bestimmt sehr entgegen.“

Hmpf. So langsam sehe ich es ein.

 

Alltagsgeschichten, Spitalgeschichten, Studiumsgeschichten

Nicht stehen bleiben

Im Moment geht es mir total gut und ich geniesse das Leben in vollen Zügen. Ich schreibe an meiner Bachelorarbeit und das Thema macht mir nach langer Zeit zum ersten Mal wieder richtig Spass. Es fällt mir leichter, meine Gedanken zu ordnen und strukturiert zu arbeiten.

Zum Ausgleich bewege ich mich oft und viel an der frischen Luft. Ich treibe Sport (der Halbmarathon Mitte September ist das Ziel) und gehe lieber einmal mehr zu Fuss, als dass ich die öffentlichen Verkehrsmittel beanspruche. Ausflüge, Kaffeekränzchen und gemütliche Grillabende mit Freunden tragen zusätzlich zu meiner guten Laune und meinem positiven Lebensgefühl bei.

Meine körperliche Situation hat sich nicht verändert. Der Termin für die nächste grosse Operation im Oktober steht. Viele Fragen sind noch offen und ich hoffe, sie in weiteren Gespräch mit den Ärzten klären und dann voller Hoffnung und Zuversicht einen neuen Anlauf zur Verbesserung meiner Gesundheit und Lebensqualität wagen zu können. Was sich verändert hat, sind meine psychische Verfassung und mein Umgang mit der Situation.

Im Frühling dieses Jahres hätte ich manchmal nicht gedacht, dass ich den Weg aus dem dunklen Loch, in dass ich nach der erneut gescheiterten Operation im Februar gefallen war, noch einmal finden würde. Ich war extrem müde. Körperlich, aber vor allem auch psychisch. All meine Bemühungen und Anstrengungen der letzten Jahre erschienen mir sinnlos. Ich sah kein Licht am Horizont, kein Weg, den ich zu gehen bereit war und für den ich noch die Kraft hatte.

Ich musste Hilfe annehmen und mich zur Stabilisierung meiner psychischen Verfassung in professionelle Hände begeben. Ich habe bei meinem Studiengang den Antrag gestellt, den Abgabetermin meiner Bachelorarbeit nach hinten verschieben zu dürfen. Das fiel mir nicht leicht. Ständig hatte ich das Gefühl, dass ich es doch eigentlich hätte schaffen müssen.

Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Es hat mir einiges an Druck weggenommen und mir etwas Luft zum Durchatmen verschafft. So komplett neben der Spur zu sein frisst einen Grossteil der eigenen Energie. Im Alltag noch „normal“ zu funktionieren ist da ab einem gewissen Grad praktisch unmöglich. Ich musste die Grenzen meiner Belastbarkeit erfahren und akzeptieren.

Heute, ein paar Wochen später, geht es mir so viel besser. Ich habe mich wieder gefangen und bin wieder viel näher an der Moni dran, die mit Optimismus und Kampfgeist durchs Leben geht und auch einmal über sich selbst lachen kann.

Es ist nicht immer alles schön und ich mache mir viele Gedanken dazu, was in den nächsten Monaten auf mich zukommt und wie ich damit fertig werde. Im Unterschied zu vorher habe ich aber wieder einen klaren Kopf und damit auch die Fäden in der Hand. Ich bestimme, was ich möchte und was nicht und ich entscheide, wann die Zeit für den nächsten Schritt gekommen ist. Dafür, dass ich dabei von so vielen Seiten unterstützt werde und dass so viele tolle Menschen mich auf meinem Weg begleiten, bin ich unendlich dankbar.

Ich weiss, wie hoffnungslos und verfahren einem das Leben manchmal erscheinen kann und wie mühsam es ist, sich bereits in jungen Jahren mit einer ernsten Erkrankung oder einer Behinderung herumschlagen zu müssen. Es ist okay, einfach mal die Nase voll zu haben und alles hinschmeissen zu wollen. Mir hilft es, wenn ich mir vor Augen halte, dass das Leben nun mal einfach nicht fair ist. Jeder hat sein Päckchen zu tragen: Die einen ein grösseres, die anderen ein kleineres. Egal wie sehr ich mich anstrenge oder bemühe, gewisse Dinge liegen einfach nicht in meiner Hand. Aufwand und Ertrag halten sich nicht immer die Waage.

In den letzten Wochen und Monaten war bei mir viel Chaos. Meine tollen Pläne für meine unmittelbare berufliche Zukunft und die Gestaltung des Sommers sind wie Kartenhäuser in sich zusammengefallen. Ich habe vieles in Frage gestellt, gehadert und gezweifelt. Oft wäre ich beinahe verzweifelt. Doch nach dem Chaos kam auch wieder Ordnung. Ein Weg hat sich aufgetan, ich konnte neue Pläne schmieden. Dass ich gestärkt aus der Sache hervorgegangen bin, wage ich trotzdem zu bezweifeln. Ich habe viele Federn gelassen und bin mit Sicherheit dünnhäutiger als zuvor. Meine Energiereserven sind nicht unbegrenzt. Mit jedem Mal, wo ich hineinfalle, wird es mühsamer, wieder aus dem Loch hervorzukriechen. Mit jedem Mal dauert es länger.

Menschen in einer ähnlichen Situation möchte ich raten, nicht stehen zu bleiben. Es muss nicht immer lösungsorientiert und zielgerichtet sein, was ihr tut. Ihr müsst nach einem Rückschlag nicht sofort wieder auf Knopfdruck funktionieren und so tun, als ob nichts wäre. Seid wütend, frustriert, traurig oder was auch immer ihr wollt. Nehmt Hilfe an, lasst euch an der Hand nehmen. Aber bleibt nicht stehen. Niemals. Ein Schritt zurück oder in die „falsche“ Richtung ist tausendmal besser als Stillstand. Ordnung entsteht nicht aus der Regungslosigkeit, sondern aus dem Chaos.

In diesem Sinne: Bleibt in Bewegung!

Alltagsgeschichten

Dem Alter entsprechend

Ich war heute mal wieder mit dem Fahrrad unterwegs. Gemütlich den Berg runter und einmal um den Greifensee. Alles easy. Allerdings muss man zum Schluss den Berg auch wieder hoch. Anstrengend!

Als ich so den Berg hochstrampelte, war ich ziemlich zufrieden mit mir selbst. Letztes Jahr hatte ich zwischendurch noch eine Pause machen und literweise trinken müssen. Nun fand ich es zwar immer noch höllisch anstrengend, aber nicht überfordernd und ich konnte in einem Zug durchfahren. Ich befand, ich sei meinem Alter entsprechend recht fit und für meine Verhältnisse gut in Form.

Kurz bevor ich den steilsten Abschnitt hinter mir lassen konnte, überholte mich ein älterer Herr (schätzungsweise 65-70) in einem knallgrünnen Bikerdress auf seinem Rennrad.

„Bravo!“, rief er mir beim Überholen zu.

„Danke gleichfalls“, erwiederte ich. Ich war also noch fit genug, um sprechen zu können. Juhu!

„Sind Sie heute auch so weit gefahren wie ich?“

„Vermutlich nicht. Einmal um den Greifensee und zurück.“

„Naja. Ich bin über die Hulftegg. 100 Kilometer.“

Verräter! Wenn man mit 65 plus nachmittags um zwei schon 100 Kilometer zurückgelegt hat, wie weit müsste man dann mit 26 schon gekommen sein? Von wegen dem Alter entsprechend und so…

 

Alltagsgeschichten, Bern

Wake up and run

Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, ob und wann ich zum letzten Mal „FREIWILLIG“ um vier Uhr morgens aufgestanden bin. Als nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf am Freitag mein Wecker um diese Zeit geklingelt hat, dachte ich erst, mich trifft der Schlag.  Wer genau hatte die Idee, an „wake up an run“ teilzunehmen?“ Ah ja genau, das war ja ich.

Die Vorfreude und die Spannung überwogen schliesslich die Müdigkeit und so spazierten meine beiden Freundinnen und ich um 4.30 Uhr erstaunlich wach durch das komplett verschlafene Bern.

Auf dem Bundesplatz trafen wir zunächst nur auf eine Handvoll andere Läuferinnen und Läufer, doch nach und nach kamen immer mehr dazu. Der Start erfolgte pünktlich um halb sechs und die Gruppe von geschätzt 150 Läuferinnen und Läufer trabte im Dunkeln durch Berns Innenstadt und der Aare entlang. Die Stimmung war echt einmalig und das Laufen fiel mir leichter, als ich zunächst befürchtet hatte, obwohl der letzte Aufstieg vom Fluss zum Bundeshaus eine echte Herausforderung darstellte. Entlang des unbeleuchteten Aareufers war ich froh, dass ein paar meiner Mitläuferinnen und Mitläufer an Taschen- oder Stirnlampen gedacht hatten.

Nach gut dreissig Minuten Laufzeit warteten im Ziel ein Kaffee und ein kleines Frühstück auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Als wir anschliessend zu dritt gegen halb acht Uhr frisch geduscht in meiner Wohnung sassen und Kaffee tranken, konnten wir kaum glauben, dass wir um diese Zeit schon Sport getrieben hatten und dass noch ein ganzer langer Tag vor uns lag.

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„Wake up an run“ war ein tolles Erlebnis, das ich sofort wiederholen würde! Ich habe Bern von einer ganz neuen Seite kennengelernt: Ruhig, verschlafen, ein Bisschen geheimnisvoll.

Essgeschichten, Studiumsgeschichten

Vorsicht bei der Wahl der Sportgetränke

Wer intensiv Ausdauersport betreibt, greift vielleicht hin und wieder zu isotonen Sportgetränken, um gleichzeitig den Flüssigkeits- und den Elektrolythaushalt auszugleichen. Für den durchschnittlichen Alltagssportler tun es Wasser oder ungesüsster Tee allemal, aber in gewissen Situationen haben spezielle isotone Getränke durchaus ihre Berechtigung.

Das Prinzip, welches hinter isotonen Getränken steckt, basiert auf der Osmolarität: Isoton ist eine Flüssigkeit dann, wenn sie die gleiche Teilchenkonzentration enthält wie das menschliche Blut. Dadurch wird die Aufnahme der Flüssigkeit vom Verdauungstrakt ins Blut erleichtert. Getränke, welche iso- oder hypoton (geringere Teilchenkonzentration als Blut) sind, werden besser aufgenommen als hypertone (Teilchenkonzentration höher als im Blut). Folglich sollte man während oder nach einem intensiven Training oder einem anders begründeten hohen Flüssigkeitsverlust am ehesten zu iso- oder noch besser hypotonen Getränken greifen, um den Wasserhaushalt wieder ins Lot zu bringen.

Die Teilchenkonzentration im Blut beträgt im Normalfall 280-290 mmol/l. Laut der Schweizer Gesetzgebung gelten all diejenigen Getränke als isoton, welche eine Konzentration zwischen  250 und 340 mmol/l aufweisen. Alle Konzentrationen, welche über 300 mmol/l liegen sind jedoch deutlich hyperton und können damit sogar den Effekt haben, dass sie dem Körper zusätzlich Wasser entziehen. Genau das möchte man ja aber nicht.

Bekannte, kommerzielle Getränke wie Gatorade, Powerrade und Isostar weissen gemäss dem Swiss Forum for Sport Nutrition allesamt eine hypertone Osmolarität auf. Sie können zwar dabei helfen, den Salzhaushalt schneller auszugleichen und flüssige, leicht bekömmliche Kalorien zuzuführen, aber für eine optimale Rehydratation sind sie nicht die Mittel erster Wahl. Also Augen auf bei der Getränkewahl.