Alltagsgeschichten

Dem Alter entsprechend

Ich war heute mal wieder mit dem Fahrrad unterwegs. Gemütlich den Berg runter und einmal um den Greifensee. Alles easy. Allerdings muss man zum Schluss den Berg auch wieder hoch. Anstrengend!

Als ich so den Berg hochstrampelte, war ich ziemlich zufrieden mit mir selbst. Letztes Jahr hatte ich zwischendurch noch eine Pause machen und literweise trinken müssen. Nun fand ich es zwar immer noch höllisch anstrengend, aber nicht überfordernd und ich konnte in einem Zug durchfahren. Ich befand, ich sei meinem Alter entsprechend recht fit und für meine Verhältnisse gut in Form.

Kurz bevor ich den steilsten Abschnitt hinter mir lassen konnte, überholte mich ein älterer Herr (schätzungsweise 65-70) in einem knallgrünnen Bikerdress auf seinem Rennrad.

„Bravo!“, rief er mir beim Überholen zu.

„Danke gleichfalls“, erwiederte ich. Ich war also noch fit genug, um sprechen zu können. Juhu!

„Sind Sie heute auch so weit gefahren wie ich?“

„Vermutlich nicht. Einmal um den Greifensee und zurück.“

„Naja. Ich bin über die Hulftegg. 100 Kilometer.“

Verräter! Wenn man mit 65 plus nachmittags um zwei schon 100 Kilometer zurückgelegt hat, wie weit müsste man dann mit 26 schon gekommen sein? Von wegen dem Alter entsprechend und so…

 

Bern, Wohngeschichten

Spass und Erholung kosten nichts

Seit meinem Auszug von zuhause (okay, ich bin nur Wochenaufenthalterin in Bern, aber trotzdem) muss ich mein studentisches Budget mehr denn je im Auge behalten. Da bin ich natürlich angetan von jeder Freizeitmöglichkeit, die es gratis gibt. In Bern habe ich bereits zwei solche gefunden, welche sich ausserdem noch ideal mit Bewegung an der frischen Luft kombinieren lassen:

Im Rahmen meines mehr oder weniger regelmässigen Joggingprogramms (der Halbmarathon rückt näher!) war ich im Dälhölzliwald unterwegs und habe dabei ganz zufällig entdeckt, dass der Zugang zum gleichnamigen Tierpark Dälhölzli komplett frei ist. Während rechterhand die Aare vorbeiströmt, kann man links Pelikane und Gemsen beobachten. So stellt man sich das vor.

Meine Mitbewohnerin hat mich am Sonntag zum „Weyerli“ mitgenommen. Mit den Fahrrädern sind wir quer durch die Stadt bis fast nach Bümpliz geradelt, wo sich und eines Oase der Erholung bot. Im Wesentlichen besteht das Freibad aus einem riesigen, teichförmigen Schwimmbecken und Liegewiesen. Man kann dort auch ohne Badeanzug friedliche Stunden verbringen, im Schatten der Bäume ein Buch lesen oder ganz einfach vor sich hin dösen.

Mein Fazit: Wer sich etwas auskennt, die Augen offen hält und für Ideen anderer empfänglich ist, wird in einer neuen Stadt schnell heimisch und findet individuelle Wohlfühlorte. Und: Ich brauche unbedingt noch ein richtiges Stadtvelo, damit ich in Zukunft nicht mehr das meiner Mitbewohnerin ausleihen muss.