Studiumsgeschichten

Gesammeltes Wissen

Bekanntlich habe ich in meinem Leben Ausbildungstechnisch schon einiges ausprobiert. Zum dritten Mal bin ich im zweiten Semester – wohl bemerkt jedes Mal in einem anderen Studiengang. Da sammelt sich nicht nur eine Menge (Halb-)Wissen, sondern auch einiges an Fachliteratur an. „Der Campbell“ war unsere „Biologie-Bibel“ an der ETH, gefolgt von über 1’000 Seiten Biochemie-Wissen im „Voet“. Hier in Bern erweitern wir unseren Horizont indes mit dem „Horn“ und dem „Wardlaw“.

Ich finde diese Bücher super, sie sind dick und schwer und wirken schon deshalb unheimlich wichtig – wie Bibeln oder andere religiöse Schriften eben. Das Problem ist nur, dass der Glaube an den Inhalt allein nicht reicht und dass ich noch immer nicht herausgefunden habe, wie sich dieses Wissen von selbst und bestenfalls über Nacht in meinem Gehirn abspeichert.

Essgeschichten, Studiumsgeschichten

ERBs auf dem Slow Food Market

Gestern Abend habe ich gemeinsam mit ein paar Mitstudentinnen den Slow Food Market in der Messehalle Oerlikon besucht. Die Veranstalter versprechen „ein Erlebnis für die Sinne“. An den zahlreichen Ständen von Produzenten regionaler Spezialitäten darf man nicht nur nach Herzenslust probieren, man soll sogar. Typisch Schweiz sind Käse und Wurstspezialitäten besonders präsent und auch Weinliebhaber kommen sicherlich auf ihre Kosten.

Das wohl ausgefallenste Produkt, dass zum Degustieren angeboten wurde, war das Elgger Schneckenelixier. Man glaubt es kaum, aber es ist tatsächlich eine Mischung aus Schneckenextrakt und Zwetschgenkräuterbrand. Ich muss an dieser Stelle ehrlich sein: Mir fehlte der Mut zum Probieren (meinen Begleiterinnen übrigens auch) und obwohl die Kriechtiere sehr proteinhaltig sein sollen, werde ich sie wohl nie einem Klienten zum regelmässigen Verzehr empfehlen.

Schneckenelixier

Wir studieren erst seit acht Wochen Ernährung und trotzdem viel einigen Händlern schon auf, dass wir mehr von Ernährung verstehen als der Otto-Normalverbraucher. Ein Aussteller hielt sich mit Erklärungen über Nährstoffe in seinem Produkt sowie deren Wirkung auf die Gesundheit bewusst zurück, weil er aufgrund unserer Nachfragen ahnte, dass wir vom Fach sind. Schon cool, wenn man nach kurzer Zeit bereits einen solchen Wissenszuwachs verzeichnen kann.

Studiumsgeschichten

Die erste Prüfung

Heute war der grosse Tag: Die Kohorte ERB14 schrieb ihre erste Prüfung an der BFH.

Als wir uns heute Morgen brav vor der Tür des Prüfungsraums versammelten, viel mir auf, wie (äusserlich) gelassen alle waren. Natürlich kann ich nicht in die Köpfe der anderen schauen, aber ich konnte niemanden erkennen, der total „rumgehypert“ hat. Bringt ja auch nix.

Der einzige, der in meinem „Team“ wirklich nervös war, war mein Bauch. Er verweigert bis jetzt die Nahrungsaufnahme, weil er scheinbar noch nicht kapiert hat, dass der Stress nun vorerst vorbei ist und das Wochenende vor der Türe steht. Offensichtlich ist er schwer von Begriff.

Obwohl ich schon zwei Jahre studiert habe, war es für mich eine neue Art von Hochschulprüfung. An der Universität hat man meist Semester- oder gar Jahresprüfungen, in denen eine Unmenge von Stoff abgefragt wird. Theoretisch zumindest. In der Assessmentprüfung nach dem ersten Jahr Psychologiestudium war es Beispiel so, dass in zwei Stunden Prüfung sechs Semesterveranstaltungen geprüft worden. Da ist es offensichtlich, dass nicht der gesamte Stoff bis ins Detail abgefragt werden kann. Beherrschen muss man ihn trotzdem, denn man weiss im Voraus schliesslich nicht, was in der Prüfung abgefragt wird.

Im heutigen Kompetenznachweis im Modul „Ernährung gesunder Frauen und Männer“ war das anders. Der Stoffumfang betrug „lediglich“ sechs Wochen, was mich ein bisschen an die Prüfungen am Gymnasium erinnert hat. Diese Art der Lernkontrolle gefällt mir aber besser, weil sie weniger selektiv ist. Hier ging es endlich mal wieder darum, dass man zeigen konnte, was man kann anstelle davon vorgeführt zu bekommen, wo man überall noch Lücken hat.

Vermutlich ist das ein grosser Unterschied der Fachhochschulen gegenüber anderen Hochschulen: Wer die Aufnahmeprüfung einmal bestanden hat, soll auch möglichst den Abschluss machen.